Zahnärztliches Lexikon - Sonderbeitrag
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Mundhygiene / Zahnpflege
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Die tägliche Mundhygiene ist das A und O zur Gesunderhaltung der Zähne und eines gesunden Atems. Neben der richtigen Systematik und Technik des Zähneputzens spielen auch Dinge wie die Art der Zahnbürste oder eine Prophylaxe mit Fluoriden eine entscheidende Rolle bei der Verhütung von Karies- und Zahnfleischerkrankungen. |
Das Angebot an Zahn- und Mundpflegemitteln ist fast unüberschaubar; die Werbung preist die jeweiligen Firmenprodukte mit den höchsten Vorzügen - häufig auf dem Niveau einer Waschmittelreklame - an. Die nachfolgende Zusammenstellung soll eine Entscheidungshilfe sein. |
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Es gibt verschiedene Zahnputztechniken beim Gebrauch der Handzahnbürste (z.B. nach Bass, Stillmann oder Charters), welche sich im Ansetzen der Zahnbürste und in ihrer Bewegungsrichtung unterscheiden; über den Vorzug dieser oder jener Methode gibt es unterschiedliche Auffassungen. Viel wichtiger ist aber bei einem gesunden Zahnfleisch die Systematik des Putzens, welche stets nach dem gleichen, einmal fest eingeprägten Schema erfolgen sollte, um auch wirklich alle Zahnflächen einer gründlichen Reinigung zu unterziehen: |
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man beginnt im Oberkiefer rechts außen bei den hinteren Backenzähnen, reinigt dann die Außenseiten der Schneidezähne und Backenzähne der anderen Seite; dann ist auf die selbe Weise der Unterkiefer an der Reihe (Abb. li.). Nach der gleichen Systematik werden anschließend die Innenflächen der Zähne gereinigt (Abb. mi.). Abschließend wird eine Reinigung aller Kauflächen der Backenzähne durchgeführt (Abb. re.). |

Zahnbürste
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Elektrische
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Motiviert sehr zur Mundpflege besonders bei Kindern, indem es deren Spieltrieb unterstützt. Durch farbig gekennzeichnete Aufsteckbürsten für die ganze Familie geeignet; für Kinder gibt es spezielle Kinderzahnbürsten.
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Elektronische
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Als Weiterentwicklung der elektrischen Zahnbürste sind die jüngst auch auf dem deutschen Markt erhältlichen elektronischen 'High-Tech' Schallzahnbürsten (z.B. 'Water Pik' Sonic Speed®) zu verstehen. Statt eines konventionellen Elektromotors arbeiten diese Reinigungsgeräte mit Schallenergie im Hochfrequenzbereich und sind so mit 30.000 Bewegungen/Minute 10 mal schneller als eine elektrische und 100 mal schneller als eine Handzahnbürste. Das Zahnfleisch reagiert auf die wechselnden Druckveränderungen des Schalls mit einem erhöhten Ionenaustausch und wird durch diese 'Zellaktivierung' intensiver versorgt.
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Zahnzwischen-
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auch unter dem Namen 'Interdentalbürste' bekannt; einbüschelige Bürste, die bei größeren Zahnzwischenräumen, Rückgang der Interdentalpapille oder lückiger Zahnstellung, sowie bei festsitzendem Zahnersatz und kieferorthopädischen Geräten eine große Hilfe sein kann. Guter Nutzen, aber wenig gebräuchlich; bei falscher Anwendung (zu kräftiges Putzen) sind Schäden an den Zähnen im oberen Zahnwurzelbereich möglich. Wie aus unten stehender Abbildung ersichtlich, reinigt nur die Interdentalbürste die Zahnzwischenräume bei nicht im engen Kontakt stehenden Zähnen zuverlässig. Zahnseide und Zahnhölzer können sich den Krümmungen des Zahnes nicht so gut anpassen.
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Zahnseide/
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Gutes Pflegemittel im Zahnzwischenraum und den Berührungspunkten (Kontaktpunkten) der Zähne im normalen Gebiß: man führt einen Textilfaden (Floss, gewachste oder unbehandelte Zahnseide) über die beiden Mittelfinger
und reinigt mit dem gespannten Teil mindestens einmal wöchentlich jeden Zwischenraum.
Eine Weiterentwicklung stellt die sog. Superfloss®-Zahnseide dar, welche vor allen Dingen zur Reinigung von festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen und Zahnbrücken empfohlen wird: einem kunststoffverstärkten Einfädelungsteil folgt erst ein flauschiger Nylonfaden und anschließend ungewachste Zahnseide. |
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Munddusche
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Probates, aber weniger effektives Reinigungsgerät als Zahnseide; für Zahnzwischenräume und unter festsitzenden prothetischen Versorgungen (Brücken). Die Anwendung sollte nach dem Zähneputzen erfolgen. Ersetzt keinesfalls die Zahnbürste! Siehe auch im Lexikon. |
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Zahnhölzer
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Wenn's denn gar nicht anders geht: Zur Säuberung der Zahnzwischenräume nach faserigem Essen. Wegen einer Verletzungsgefahr des Zahnfleisches nur medizinische, mit Fluoriden präparierte Hölzer verwenden. |
Zahnpasta
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Eine mechanische Zahnreinigung kann man mit der Reinigung eines Glases vergleichen: nur mit Wasser, also ohne benetzende Zusatzstoffe, ist dies nur sehr erschwert möglich. Die Zahnpasta dient hauptsächlich dazu, die Beläge (Plaque) zu entfernen. Zur besseren Wirkung dieses Reinigungsvorgangs werden ihr deshalb Netzmittel sowie Abrasiv- bzw. Polierstoffe zugefügt. Gleichzeitig erfolgt bei den heute gebräuchlichen Pasten eine Anreicherung mit Fluoriden (maximal 0,15%; bei Kindercremes 0,025%), deren kariesschützende Wirkung weltweit nicht in Frage gestellt wird, bzw. mit plaquehemmenden Zusätzen. Diese Anreicherung ist häufig nicht unproblematisch, da die Zusatzstoffe mit den Pastenbestandteilen eine Reaktion eingehen können, und dann im Prinzip wirkungslos sind.
Die Stiftung Warentest untersuchte im Juli '98 21 Zahnpasten und stellt davon 15 das Prädikat "sehr gut" aus. Fazit dieser Untersuchung:
Eine groß angelegte Schweizer Studie vom März '98 gibt Empfehlungen und nennt dabei Handelsnamen:
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Kaffee-, Tee- /Raucherbeläge
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kosmetisch störender bräunlich-gelber Belag, welcher durch Pigmente aus dem Tabakrauch und dem gebrannten Kaffee oder Tee verursacht wird. Mit konventienellen Mundhygienemaßnahmen kaum zu beseitigen.
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Mundspülungen
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Bis jetzt ist die Werbung für diese 'chemische Reinigung' um vieles besser als deren Wirkung! Der manchmal suggerierte Ersatz für die Zahnbürste ist Unfug; keine klinische Studie beweist diese Wirkung. |
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Färbe-
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sog. 'Plaqueindikatoren' zum Sichtbarmachen der Plaque auf den Zahnflächen und der Mundschleimhaut. Die aus dem natürlichen und ungefährlichen Farbstoff Erythrosin bestehenden Tabletten werden zerkaut und färben bei vorhandener Plaque diese violett an. Fügt man den Tabletten noch den sog. 'Patentblau-Farbstoff' hinzu, lassen sich frische und alte Plaque unterscheiden. Ein anderes System - welches speziell für die Zahnarztpraxis geeignet ist - verwendet eine nur unter UV-Licht fluoreszierende Spüllösung, um dem Patienten die Gründlichkeit seiner Mundhygiene darzustellen. Bei normalem Licht bleibt diese Anfärbung unsichtbar. |
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Fluoridgelee
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Konzentriertes Fluoridpräparat (rezeptpflichtig), welches nach Anweisung/unter Aufsicht des Zahnarztes meist wöchentlich einmal eingebürstet oder mittels einer Zahnschiene appliziert wird. Gelees härten den Zahnschmelz wesentlich stärker und dauerhafter als Zahnpasten. |
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Fluorid-
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Für Kinder bis etwa zum 12. Lebensjahr. Härten sowohl von innen wie von außen den Zahnschmelz. Äußerst wirksame Kariesverhütungsmethode; wird von einigen Medizinern wegen der Belastung des Gesamtorganismus abgelehnt. Dosierung siehe unter Nährstoffe. |
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Mundgeruch
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Eines der häufig tabuisierten Themen ist der Mundgeruch. Als Ursache kommen in fast 90% der Fälle eine ungenügende Mundhygiene oder defekte Zähne bzw. erneuerungsbedürftige oder schlechte zahnärztliche Arbeiten in Frage. Weniger häufig sind erkrankte Mandeln, eine vereiterte Kieferhöhle, allgemeine Stoffwechselkrankheiten oder Magenerkrankungen die Ursache. Die sonst noch bekannten Gerüche von Knoblauch, Alkohol und Nikotin sollen hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden. |
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Reinigung der
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Herausnehmbarer Zahnersatz sollte - wie die eigenen Zähne - zwei- bis dreimal täglich gründlich außerhalb des Mundes gereinigt werden, denn auch auf diesen Ersatzstoffen können sich Bakterien und Zahnstein festsetzen und Entzündungen oder Mundgeruch hervorrufen. Auf keinen Fall zur Pflege Zahnpasta verwenden, denn die darin enthaltenen Schmirgelstoffe zerstören die hochglanzpolierte Oberfläche des Zahnersatzes. |
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Vorbeugung |
Eine wirksame Vorbeugung besteht aus:
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Individual-
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Auf die jeweilige Person abgestimmte Vorsorgemaßnahmen in der Zahnarztpraxis. Werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen o. bezuschußt und bewirken bei vielen Krankenkassen eine Erhöhung des Zuschusses bei Zahnersatz. |
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professionelle Prophylaxe /
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Unter diesem Oberbegriff versteht man die von einer Fachperson (Zahnarzt, spez. dafür ausgebildete Helferin, ZMF, Dental Hygenist) in der Praxis durchgeführte Zahnreinigung und Prophylaxe. Zu dieser professionellen Behandlung gehören u.a.:
Bei der Zahnsteinentfernung wird seit 30 Jahren in der Regel mit Ultraschall gearbeitet. Dieses Verfahren ist gründlich, relativ schmerzlos und schädigt die Zahnoberfläche bei sachgemäßer Anwendung nicht.
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