Nährstoffe

Zahnärztliches Lexikon - Sonderbeitrag

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Ernährungsfaktoren
(mit besonderer zahnmedizinscher Bedeutung)

Eine Vielzahl von Nährstoffen sind für den Körper lebensnotwendig. Wenn sie manchmal auch nur in sehr kleinen Mengen benötigt werden, können sie bei einem Mangel oder Fehlen erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen haben.

Neben den Grundstoffen Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten sind es vor allen Dingen Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe, welche dem Organismus mit der täglichen Nahrung zugeführt werden müssen.

Einzelne Komponenten
von besonderer Bedeutung aus zahnmedizinischer Sicht)

Vitamine

Vitamine werden gern als Lebenselixier bezeichnet: sie halten fit und beugen Krankheiten vor. Tatsächlich kann ohne sie der menschliche Organismus nicht überleben. Da sie vom Körper nicht oder nicht in genügender Menge produziert werden und untereinander nicht austauschbar sind, müssen sie mit der täglichen Nahrung aufgenommen werden. Doch wieviel?? und sollen zu der täglichen Nahrung noch Vitaminbomben in Tablettenform eingenommen werden?? Besonders bei den sog. antioxidativen (sauerstoffbindenden) Vitaminen C, E und Beta.

Karotin und bei der Folsäure gehen in den letzten Jahren die Dosisempfehlungen deutlich nach oben, weil in Untersuchungen belegt werden konnte, daß hohe Dosen dieser Wirkstoffe besonders gut vor Krebs und Erkrankungen der Herzgefäße schützen und weiter das als Schutz vor Zahnfleischerkrankungen so wichtige Immunsystem stärken. Allerdings sind die Mengen der Dosisempfehlungen durch eine frische, ausgewogene Kost auch ohne Apotheker zu erreichen; lediglich Allgemeinerkrankungen können nach ärztlicher Untersuchung eine zusätzliche Zufuhr rechtfertigen.


Vitamin A

fettlösliches Vitamin; Vitamin A und seine Vorstufe Beta-Karotin (auch als Provitamin A bezeichnet; ein guter Radikalfänger, besonders aktiv in Haut und Lunge) werden zum gesunden Aufbau der Schleimhäute benötigt.
Eine Überdosierung von Vitamin A kann zu Gesundheitsschädigungen führen; bei Beta-Karotin ist dieser Effekt nicht bekannt.

Hauptvorkommen in Leber, Eiern, Butter, Fisch (Vitamin A)
Möhren, Paprika, Spinat, Feldsalat, Grünkohl, Aprikosen (Beta-Karotin)
Tagesdosis 0,8-1 mg (Vitamin A); etwa 4 mg (Beta-Karotin) ; besonders in der Schwangerschaft höher.


Vitamin C

sog. Radikalenfänger; ein Vitamin C-Mangel hat sowohl Folgen für das Knochengewebe wie auch das Zahnfleisch. Schwere Zahnfleischerkrankungen sind das klassische Symptom des Skorbut und unterstreichen  die essentielle Bedeutung dieses Vitamins für ein gesundes Zahnfleisch (Kollagenbildung). Am Knochengewebe führt ein Vitamin C-Mangel zur Hemmung der Knochenbildung und Osteoporose.

Daneben besitzt es einen unterstützenden Einfluß auf das Immunsystem: erniedrigte Vitamin C-Konzentrationen gehen mit einer Verschlechterung der Funktion der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und einer Erhöhung der Durchlässigkeit der Mundschleimhaut für bakterielle Toxine einher. Zum anderen ist auffällig, daß die Granulozyten etwa 50mal mehr als normale Körperzellen Vitamin C speichern können. Man vermutet, daß dadurch die Granulozyten entzündete Gebiete besser erreichen können.

Einer finnischen Studie zufolge ist die Häufigkeit und die Tiefe der Zahnfleischtaschen direkt abhängig von der Blutplasma-Vitamin C-Konzentration.

Hauptvorkommen in Zitrusfrüchten, Kartoffeln, grünen Pflanzen, Milch u. Leber; auch synthetisch erhältlich; Tagesdosis 90-150 mg.


Vitamin D

fettlösliches Vitamin; auch als 'Sonnen-Vitamin' bezeichnet. Zur Zahn- und Knochenbildung äußerst wichtiges Vitamin. Ein Mangel ist als Rachitis bekannt. Die Vorstufe dieses Vitamins wird im Körper selbst gebildet und unter dem Einfluß von ultraviolettem Licht in das eigentliche Vitamin umgewandelt. Deshalb ist ein Vitamin D-Mangel in der Regel ein Zuwenig an Sonnenlicht.

Vorkommen in Leber, Milch, Eiern, Fisch.
Tagesdosis ca. 5 Mikrogramm;
5-10 Minuten Sonnenlicht (o. künstliches UV-Licht).


Vitamin E

fettlösliches Vitamin; auch Tocopherol genannt, bezeichnet eine Gruppe von mind. 7 Vitaminen, die pflanzlichen Ursprungs sind. Biochemisch wirksam als Redoxsystem zum Schutz gegen Oxidation von ungesäuerten Fettsäuren. Zusätzlich ist ein Wirkungsmechanismus über den Hormonstoffwechsel(Prostaglandine) bekannt: Prostaglandine vom Typ II sind an Zahnfleischentzündungen beteiligt; Vitamin E hemmt diese Synthese.
Eine Untersuchung an 39 gesunden, schwangeren Frauen zeigte einen direkten Zusammenhang zwischen dem Vitamin E-Spiegel und dem Auftreten von Zahnfleischerkrankungen:
Absinken des Spiegels zu Beginn der Schwangerschaft; Anstieg kurz vor der Geburt.
In einer Doppelblindstudie erwies sich eine Salbe mit einem Vitamin E-Gehalt von 2% als wirksam zur Linderung und Heilung lokaler Entzündungserscheinungen. Eine ähnliche Doppelblindstudie zeigte, daß das tägliche Zerkauen einer 800mg Vitamin E-Kapsel nach 21 Tagen eine signifikante Verminderung der bei Zahnfleischentzündungen charakteristischen Sulcusflüssigkeit bewirkte.

Hauptvorkommen in Weizenkeimen, Baumwollsamen; Tagesbedarf 2-5mg.


Vitamin H

auch unter dem Namen Biotin bekannt. Wird bei gesunder Darmflora von den körpereigenen Darmbakterien hergestellt. Sog. 'Hautvitamin', da ein Mangel unter anderem zur Austrocknung von Haut und Schleimhäuten führt. Weitere Mangelsymptome sind Abgeschlagenheit und Parästhesien.

Vorkommen in Hefe, Leber, Niere, Eigelb, Milch;
Tagesbedarf 0,1-0,3mg


Vitamin K

fettlösliches Vitamin; fördert die Blutgerinnung, ist für einen gesunden Knochenbau wichtig.

Vorkommen in Sauerkraut, Rosenkohl, Brokkoli, Vollkornbrot, Quark, Eier, Kartoffeln, Möhren.
Tagesbedarf 60 - 80 Mikrogramm


Coenzym Q 10

Eines der 'Pseudovitamine' (Ubichinon, Ferment des Kohlenhydratstoffwechsels; verantwortlich für die Kettenverzweigung bei der Stärkesynthese). Ist ein körpereigener Stoff, der unerläßlich für die Energieproduktion jeder einzelnen Tier- und Pflanzenzelle ist. Es ist ein essentieller Faktor in der Atmungskette der Zelle. Ein Mangel, der alters- oder krankheitsbedingt ist, führt zur Schwächung des gesamten Organismus. Umgekehrt kann die Zufuhr zusammen mit anderen Antioxidantien eine vorbeugende Wirkung - besonders auf das Immunsystem - besitzen.
Entzündetes Zahnfleisch weist einen Mangel an diesem Enzym auf. Auch die Leukozyten zeigen dann einen Mangel an diesem Stoff.
Eine Zusammenfassung von 7 Studien zeigt, daß die Wirkung von Coenzym Q 10 bei Zahnfleischerkrankungen bei 70% der 332 untersuchten Patienten zu einer Linderung führte. Zur Anwendung kommen in der Zahnheilkunde Lutschdrops ('Belle Ligne GmbH', Karlsruhe).


Folsäure

Hauptvorkommen in Bierhefe, Rinderleber, Gemüsen, Salaten, Eigelb, Weizenkeime, frisch gepreßter Orangensaft.
Tagesdosis: 400 Mikrogramm (=z.B. 400gr. Broccoli)


Mineralstoffe

Die Mineralstoffe sind an einer Vielzahl von Körperfunktionen beteiligt, so zum Beispiel bei der Regulation und Menge von Körperflüssigkeiten, dem Aufbau von Knochen und Zähnen, dem Funktionieren der Schilddrüse (Jod) oder dem Sauerstofftransport mittels der roten Blutkörperchen (Eisen).


Calcium

Das Land, in dem prozentual die meisten Parodontopathienvorkommen, ist Indien. Zugleich  ist die Calcium-Versorgung der Bevölkerung denkbar schlecht. Allerdings ist der Erfolg einer Calciumzufuhr statistisch nicht belegt. Nach einer Studie war eine Calciumergänzung von 500mg 2x täglich über 6 Monate in der Lage, Entzündungserscheinungen zu lindern und locker sitzende Zähne zu festigen. Diese Studie war leider nicht plazebokontrolliert. Eine andere, placebokontrollierte Studie zeigt zwar ähnliche Resultate, das gleiche Ergebnis wurde aber auch in der Placebo-Gruppe erzielt. Es gibt histologische und radiologische Hinweise, daß eine Osteoporose den Kieferknochenverlust beeinflußt. So findet man unter Osteoporose-Patienten einen größeren Prozentsatz mit Zahnlosigkeit. Eine Calciumergänzung ist dann vermutlich in der Lage, die Geschwindigkeit eines Kieferknochenschwundes zu verringern, wenn es zusammen mit Vitamin-D verabreicht wird, wie aus mehreren Studien geschlossen werden kann.

Vorkommen: in hoher Konzentration in der Leber von Meeresfischen (Lebertran), Milchprodukten, Eiern.

Werden die Tetracycline über den Mund (oral) zugeführt, sollten sie keinesfalls mit Milch eingenommen werden, da der Kalziumgehalt dieses Getränkes mit dem Arzneistoff einen nichtlöslichen Komplex bildet, welcher vom Körper nicht mehr verarbeitet werden kann.


Fluoride

Chemisch bestehen die Fluoride aus den hoch giftigen Elementen Chlor und Fluor; sie sind nahe verwandt mit dem lebenswichtigen Kochsalz, welches ebenfalls aus den hoch giftigen Stoffen Chlor und Natrium besteht. Aber wie man beim Kochsalz sieht, ist die Verbindung zweier giftiger Grundsubstanzen ein äußerst lebensnotwendiges Salz. Ebenso verhält es sich bei den Fluoriden. Die "Giftigkeit" der Fluoride ist nach wissenschaftlichen Untersuchungen fast 10mal geringer als die von Kochsalz. Von vereinzelten missionarisch agierenden Gruppierungen wird die Wirkung der Fluoride bestritten, ja es werden ihnen schwere Folgeerkrankungen bis hin zum Krebs oder Alzheimer angedichtet. Ein Wiener Professor verstieg sich z.B. in die Behauptung, daß Fluoride Kinder und Jugendliche "dumm machen". Sie mögen diese Unterstellung selbst an der Intelligenz der Bevölkerung der Schweizer Stadt Basel beurteilen: hier werden seit Jahrzehnten dem Trinkwasser zur Kariesvorbeugung Fluoride zugeführt!
Dabei sind die Fluoride eines der weltweit am gründlichsten untersuchten Medikamente: in über 300.000 wissenschaftlichen Untersuchungen wurde bisher kein Hinweis auf eine etwaige Gefährdung der Gesundheit bei korrekter Einnahme gefunden!
Die jüngst in vereinzelten Medien aufgetauchte Behauptung, 'Kariesbakterien' würden zunehmend resistent gegen Fluoride, mag zwar zutreffen, hat aber mit der eigentlichen - chemischen - Wirkung nichts zu tun:
Fluorverbindungen (Fluoride) bieten einen unübertroffenen Schutz vor Karies, indem sie sich zum einen in die Zahnstruktur einlagern und dadurch den Zahn "härten", d.h. äußerst Widerstandsfähig gegen die besonders aus Zucker freigesetzten Säuren machen, zum anderen aber die ständig durch den Speichel ablaufenden Vorgänge der Ent- und Verkalkung auf der Zahnoberfläche positiv beeinflussen. So hemmen die Fluoride die Entkalkung der Zahnoberfläche nach einem Säureangriff aus der Nahrung oder der Plaque und fördern bei ständiger Verfügbarkeit in geringen Dosen (meist aus dem Speichel heraus) die Remineralisation des Zahnes.
Diese Erkenntnis kommt nicht aus irgendeinem Forschungslabor der pharmazeutischen Industrie - wie Gegner der Fluoride dies immer wieder behaupten - sondern stammt aus epidemologischen Untersuchungen:
Es gibt in den USA und Schweden eng begrenzte Gebiete in welchen die Einwohner, bei gleicher Lebensweise wie ihre Nachbarn, kaum Karies aufweisen. Ausführliche Untersuchungen ergaben, daß in diesen Gebieten die Fluoridkonzentration des natürlichen Trinkwassers höher als in den anderen Gebieten ist und lassen den wissenschaftlich gesicherten Schluß zu, daß Fluoride ein wirksames Mittel gegen Karies sind.
Bekannt ist, daß Kinder unter Fluoridzufuhr einen verspäteten bzw. verzögerten Zahndurchbruch zeigen. Diese Tatsache hat aber keinen Einfluß auf die Zahngesundheit.
Die Zufuhr der Fluoride kann äußerlich, wie auch über den Körper (=systemisch) erfolgen. Näheres unter Prophylaxe.
Die Dosierungsanweisungen für Fluoride sind allerdings exakt zu beachten und noch eher niedriger als empfohlen anzusetzen, da die therapeutische Breite gering ist. Eine Überdosierung von mehr als 6 mg pro Tag über einen längeren Zeitraum hat eine Fluorose zur Folge: beginnend mit unregelmäßigen weißen, kosmetisch störenden Kalkflecken kann diese (äußerst selten) bis zur örtlichen Erweichung des Zahnschmelzes bei langer, hoher Dosierung führen. Dieser Vorgang scheint allerdings reversibel zu sein: Eine Studie bei 40 Indianerkindern mit den Symptomen einer Fluorose zeigt, daß die Zufuhr von täglich 500mg Vitamin C, 800 E Vitamin D und 250mg Calcium in der Lage ist, einen Rückgang der Krankheitserscheinungen zu bewirken.
Die Gefahr einer Überdosierung ist in den Industrieländern nicht zu unterschätzen, obwohl die Auswirkungen eines 'Zuviel' mehr kosmetischer als gesundheitlicher Natur sind. Dies liegt wahrscheinlich an der Zunahme (künstlich) fluoridierter Nahrungsmittel. Auch Mineralwasser kann u.U. sehr hohe Fluoriddosen enthalten; ebenso ist in entkoffeinierten Teesorten ein beachtlicher Fluoridanteil festzustellen. Coffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Cola verbessern zusätzlich die biologische Verfügbarkeit von Fluoriden.
Die DGZMK gibt folgende Empfehlungen zur Kariesprophylaxe mit Fluoriden:

Fluoridkonzentration im Trinkwasser(Mineralwasser), mg/l

<0,3

0,3-0,7 >0,7
>0,25 keine keine 1., 2., u. 3. Lebensjahr
0,50 0,25 keine 4., 5., u. 6. Lebensjahr
1,0 0,5 keine ab 7. Lebensjahr

Siehe auch unter dem Punkt "Prophylaxe" des Hauptmenüs


Zink

Erniedrigte Plasma-Zinkwerte sind mit einem Verlust an Kieferknochengewebe verbunden. Als möglicher Mechanismus ist kürzlich die Verbindung zwischen einem Zinkdefizit und einem relativen Überschuß an Kupfer in Folge eines veränderten Leberstoffwechsels vermutet worden. In Tierversuchen konnte belegt werden, daß bei Zinkmangel die Thymusdrüse verkleinert ist.
Diese Elektrolytverschiebung erhöht die Durchgängigkeit der Mundhöhlenschleimhaut für Bakterien, welche wiederum durch eine komplizierte Reaktion eine Veränderung des Leberstoffwechsels bewirken.
Spülungen mit einer 0,5%-igen Zinkchloridlösung können Zahnfleischentzündungen entscheidend hemmen. Die Belagbildung wird dabei nicht beeinflußt.
Außer Zink gehören noch Eisen und Selen zu den für das Immunsystem wichtigen Mineralstoffen.


Immun-
system

Der Mund ist das Tor zum Körper, und da er ständig mit einer Unmenge von Fremdkörpern (Antigenen) konfrontiert wird, muß er über ein gutes Abwehrsystem verfügen. Die erste Barriere wird durch neutrophile weiße Blutkörperchen (Leukozyten) gebildet. Defizite an diesen Immunzellen, wie sie vor allen bei älteren Menschen oder bei schweren Allgemeinerkrankungen vorkommen, können ebenso rasch auch zu einer Zahnfleischerkrankung führen.
Ein erwachsener Organismus besitzt etwa 10 Milliarden Immunzellen und noch 100millionenmal so viel Antikörper. Sie alle zusammen haben ein Gewicht von bis zu zwei Kilogramm - mehr als z.B. Herz, Leber oder Gehirn. Die meisten Immunzellen erreichen ein Durchschnittsalter von nur wenigen Tagen. Pro Tag werden rund 250 Gramm Zellsubstanz neu aufgebaut. Deshalb ist die körpereigene Abwehr auf einen ständigen Nachschub an lebensnotwendigen Substanzen angewiesen.

Es besteht vermutlich ein enger Zusammenhang zwischen dem Zustand des Immunsystems im Mund und dem des Körpers:
Eine Studie an fast 10 000 Probanden während eines Zeitraums von 16 Jahren zeigte, daß Personen mit Parodontitis ein 25%iges höheres Risiko bei Herzerkrankungen haben. Ähnliche Zusammenhänge wurden bei schlechter Mundhygiene (Zahnstein, abgebrochene Zähne) beobachtet. Ebenso stehen gynäkologische Erkrankungen mit dem Gebißzustand in Verbindung:
So zeigten die Knochen von 87 Frauen mit unterschiedlichen gynäkologischen Problemen einen viel niedrigeren Mineralstoffgehalt an, jeweils begleitet von Zahnfleischerkrankungen.

Der Mund ist daher ein ausgezeichneter Indikator (=Spiegel des Körpers) für den Zustand des Immunsystems. Eine Zahnfleischerkrankung entsteht eher bei immungeschwächten Patienten. Umgekehrt verbessern Maßnahmen zur Anregung des Immunsystems auch den Zustand des Zahnfleisches. Hierzu zählen unter anderem eine gute Ernährung und körperliche Bewegung.


Andere Faktoren

Antioxidantien, Metalle, Alkohol,
Nikotin, Übergewicht

Die antioxidative (= Bindung von freiem,aktivem Sauerstoff) Aktivität im Speichel scheint ein wichtiger Faktor für das Auftreten von Zahnfleischerkrankungen zu sein. Als bedeutendste Substanzen findet man hiervon im Speichel die Harnsäure (macht 70% aus) und in geringerem Maße Vitamin C und Albumin. Normalerweise ist die Konzentration dieser Substanzen im Speichel niedriger als im Blutplasma. Bei Anregung des Speichelflusses nimmt die antioxidative Aktivität zu.

Im Zahnfleischgewebe von Patienten mit Parodontitis sind erniedrigte Antioxidantien-Spiegel nachgewiesen worden. Die Werte standen mit der Schwere der Symptome im Zusammenhang. Eine lokale Behandlung mit den Vitaminen A, E und K verbesserte die Werte und normalisierte den Zustand des Zahnfleisches.

Legierungsbestandteile sowie Silber und Quecksilber aus Amalgam sollen eine starke Hemmwirkung auf die Funktion antioxidativer Enzyme haben. Wissenschaftlich gesicherte Ergebnisse liegen allerdings hierzu (noch) nicht vor.

Die Liste der immuntoxischen Wirkung von erhöhtem Alkoholkonsum ist lang: so schädigt er das Knochenmark, setzt die Aktivität versch. Immunzellen herab und beeinträchtigt die Chemotaxis der Granulozyten. Hinzu kommt, daß nach dem Sprichwort : "Wo ein Brauhaus steht, steht kein Backhaus" eine nicht ausgewogene Ernährung diese toxischen Wirkungen noch verstärkt.

In einer Studie mit 273 erwachsenen Teilnehmern über 10 Jahre war das Risiko für Zahnausfall bei Rauchern, die jünger als 50 Jahre waren, 4,55mal höher als bei gleichaltrigen Nichtrauchern. Je nach Höhe des täglichen Zigarettenkonsums war auch der Zahnausfall stärker. Eine gute Mundhygiene scheint dabei einen positiven Einfluß bei Rauchern zu haben. Ebenso haben Raucher nach parodontal-chirurgischen Eingriffen eine wesentlich schlechtere Heilungsrate und neigen verstärkt zu Rückfällen.

Einzelne Forschungsergebnisse deuten darauf hin, daß die körpereigene Abwehr durch ein Zuviel an Nahrungsenergie negativ beeinflußt wird.


Wieviele Vitamine sind bekannt?

Man unterscheidet 13 Vitamine:

Vitamin A, B1, B2, B6, B12, C, D, E, K, Biotin, Folsäure, Niacin, Pantothensäure.


Künstliche oder
natürliche Vitamine?

Wenn auch chemisch keine Unterschiede bestehen, ist wegen der 'Begleitsubstanzen' (sog. sekundäre Pflanzenstoffe; Substanzen, die meist in äußerst geringer Dosierung vorliegen, siehe auch weiter unten) den natürlichen Vitaminen der Vorzug zu geben.


Ist ein Zuviel an
Vitaminen schädlich?

Bis auf das Vitamin A ist ein Zuviel an Vitaminen nach derzeitigem Wissensstand ungefährlich. Vitamin E wird zwar auch im Körper über längere Zeit im Fettgewebe gespeichert, scheint aber dort bei Überdosierung keine negativen Folgen zu haben.
Ebenso zeigen Studien, daß selbst eine 100-fache 'Überdosierung' der Vtamine B1, B2, B12, C, E, Folsäure, Panthotensäure und Biotin auch längerfristig unbedenklich sind.


Was sind
Pseudovitamine?

Im Gegensatz zu den Vitaminen können fast alle Pseudovitamine vom Körper selbst hergestellt werden. Deshalb kennt der gesunde Organismus auch keine Mangelerscheinungen an Pseudovitaminen. Man kennt u.a.:
Vitamin B13 u. B17, Coenzym A u. Q10, Carnitin, Orotsäure, Cholin, Vitamin F.


Welche Nahrung benötigt man täglich, um sich ausreichend mit Mineralstoffen und Vitaminen zu versorgen?

Getreide u. Getreideprodukte (Vollkornbrot), Kartoffeln

drei Portionen Gemüse, z.B. eine Möhre, eine Tomate, 100 g. Brokkoli

mindestens zwei Portionen Obst: eine Banane, einen Apfel

2-3 Portionen Milch o. Milchprodukte Quark, Joghurt, Käse

zwei, maximal 3mal Fleisch / Woche

zweimal Seefisch / Woche


Brauchen Vegetarier
Extrapillen?

Wenn sie sich ausschließlich von "Grünzeug" ernähren, JA. Werden aber auch Milchprodukte und Eier verzehrt - was von 'vernünftigen' Vegetariern auch gefordert wird - so ist der Bedarf an den Vitaminen A, B2, B12 gesichert.


Wie sollte die Aufteilung der Grundstoffe - besonders beim älteren Menschen - sein?

zu 15% aus Protein, zu 50-55% aus Kohlenhydraten und 30-35% aus Fett. Ein niedriger Fettwert wäre zur Prävention von Herz- u. Kreislauferkrankungen wünschenswert, ist aber kaum durchsetzbar, da das Essen dann einfach nicht mehr schmeckt. Der Bedarf an Ballaststoffen ist mit 30g/Tag relativ hoch.


Was sind "sekundäre" Pflanzenstoffe?

Neben den oben beschriebenen Vitaminen und Mineralstoffen haben (frisches) Obst und Gemüse noch Tausende von Inhaltsstoffen, teilweise in homöopathischer Konzentration, welche einen positiven Einfluß auf unser Immunsystem haben. Caratinoide, Phytosterine, Glucosinolate, Flavonoide u. Saponine seien hier nur beispielhaft genannt. Gerade diese Stoffe befinden sich in den sog. Vitaminpräparaten nicht. Deshalb gilt: Frisches Obst u. Gemüse ist durch nichts zu ersetzen!


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mit freundlicher Genehmigung von dental-links.de, Dental Lexikon © by Dr. Claus de Cassan