Dental Lexikon Z

Zahnärztliches Lexikon Z

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Zahn
lat.: Dens; Im Milchgebiß gibt es davon 20 (8 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 8 Backenzähne); das bleibende Gebiß hat mit den Weisheitszähnen 32 (8 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 8 kleine Backenzähne, 12 große Backenzähne). Man teilt den Zahn in Zahnkrone, -hals und -wurzel auf. Siehe auch unter Gebiß. Neben dem eigentlichem Zweck des Z., dem Abbeißen, Zerkleinern und Zermahlen von Nahrung, dient dieser bei Naturvölkern und besonders Tieren auch noch als Werkzeug, Kampfwaffe und Körperschmuck.
Im wesentlichen besteht der Z. aus einer äußerst harten, emailleartigen Oberschicht, dem Schmelz, dem weicheren - aber härteren als Knochen - Dentin (Zahnbein) und dem Zahnzement der Wurzel (siehe untere Abbildung). In seinem Inneren befindet sich die Pulpa (laienhaft: Nerv), einem Geflecht aus feinen Blutgefäßen und Nerven.


Zahnäquator
größter Umfang eines Zahnes (der Zahnkrone). Der Z. ist u.a. wichtig für den Verlauf einer Halteklammer bei Zahnersatz. Die Klammer soll knapp unterhalb des Z. verlaufen.


Zahnarzt
Berufsbezeichnung für Personen, die ein durch das Zahnheilkundegesetz vorgeschriebenes Studium der Zahnheilkunde absolviert haben und auf Grund ihrer sog. Approbation zur berufsmäßigen Ausübung der Zahnheilkunde berechtigt sind.


Zahnarzthelferin, zahnärztliche Helferin
Berufsbezeichnung für einen Ausbildungsberuf mit 3jähriger Lehrzeit und Abschlußprüfung vor der Zahnärztekammer.


Zahnärztekammer
Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR); d.h. Übertragung von Staatsaufgaben an eine bestimmte Gruppe, der Staat übt über diese keine Fachaufsicht, sondern nur eine Rechtsaufsicht aus. Bei den Zahnärzten besteht eine Zwangsmitgliedschaft aller approbierten Zahnärzte in der Z. (von der Erlangung der Approbation bis zu deren Erlöschen(i.d.R. durch Tod)). Wichtige Aufgaben der Z. sind u.a.:
Einhaltung der Berufspflichten durch Aufstellen von Berufsordnungen (z.B. Festschreibung des Werbeverbotes), Wahrnehmung der Interessen ihrer Berufsangehörigen, berufliche Weiter- u. Fortbildung, Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege, duale Ausbildung des Hilfspersonals, Berufsgerichtsbarkeit, Regelung des Zahnärztlichen Notfalldienstes, Benennung von Gutachtern. Die Z. organisieren sich - ebenso wie die KZVen - auf Länderebene. Der Bundeszusammenschluß aller Z. heißt Bundeszahnärztekammer - BZÄK - (eingetragener Verein, keine KdöR); Internetadresse: http://www.bzaek.de .


Zahnarztregister
nach der Zulassungsordnung für Vertragszahnärzte vorgeschriebene Liste, auf welcher sich die niederlassungswilligen Zahnärzte/innen eintragen müssen; wird bei der KZV geführt.


Zahnbein
s.u. Dentin.


Zahnbehandlungsangst
==> Angst.


Zahnbeläge
Oberbegriff für alle Verunreinigungen auf der Zahnoberflächen und dem Zahnfleischrand. Man unterscheidet harte und weiche Z. Harte Z. sind Zahnstein und Konkremente (z.B. siehe a.u. Melanodontie), weiche Z. wie Materia alba und Plaque bestehen zu 80% aus Mundbakterien. Daneben gibt es noch Verfärbungen durch Speisen oder Getränke (Tee, Rotwein), Nikotin (Raucherbeläge) oder auch in Mundspüllösungen enthaltene Medikamente (Chlorhexidin, Zinnfluorid. Entfernt werden die harten Z. heute i.d.R. mit Ultraschallgeräten, die weichen Z. bei gründlichem Zähneputzen oder professionell mit sog. 'Air-Flow®' - Geräten (starker Spray, dem ein Salz beigemischt ist). ==> Zahnstein, Konkremente, Plaque, Raucherbelag


Zahnbett
Parodontium; siehe auch eigene Webseite.


Zahnbürstmethoden
siehe Zahnputztechniken.


Zahnen
laienhafter Ausdruck für das Durchbrechen der Milchzähne. Dieses Durchstoßen durch die Schleimhaut ist häufig mit erheblichen Scmerzen und Fieber verbunden. Helfende Zahngels haben den Nachteil, daß sie bei Kleinkindern nur schwer aufzutragen sind und gern verschluckt werden. In der Volksmedizin hat sich das Kauen von Veilchenwurzeln und Fenchelstengeln als Notfallmaßnahme bewährt. Zusätzlich sollte eine Kühlung der Wange mit kalten Umschlägen erfolgen. Andere (homöopathische) Empfehlungen setzen auf die Mischung Osanit®, die den Babys in Form von kleinen Kügelchen verabreicht wird.


Zahnersatz
Maßnahme zum Wiederherstellen einer geschlossenen, möglichst dem natürlichen Gebiß funktionell wie auch ästhetisch gleichwertigen Zahnreihe. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Z. (Teilprothesen, totale Prothesen) und eine Kombination beider Formen. Die Härte der verwandten künstlichen Zahnflächen sollte nach Möglichkeit der des Zahnschmelzes entsprechen; Edelmetalle sind meist weicher, Keramikarbeiten härter als dieser.
Auch Zahnersatz bedarf einer regelmäßigen, täglichen Pflege und einer mindestens jährlichen Kontrolle durch den Zahnarzt.
Herausnehmbarer Zahnersatz sollte - wenn dies den Schlaf nicht beeinträchtigt - auch nachts im Munde bleiben, nachdem er vorher gründlich gereinigt wurde.
Festsitzender Zahnersatz kann mit herkömmlichen Zahnputztechniken nicht optimal gereinigt werden. Neben dem normalen Zähneputzen mit Hand- oder elektrischer Zahnbürste sollte eine zusätzliche Reinigung mit Zahnseide (Superfloss) oder zumindest mit einer Munddusche erfolgen.
Siehe auch unter Unverträglichkeit von Z. .


Zahnfehlstellungen, Kieferfehlstellungen
==> eigene Seite.


Zahnfilm
==> Röntgenfilm.


Zahnflächen
werden meist mit lateinischen Namen angegeben:
» auf der Kaufläche: okklusal,
» vorn (zur Mitte des Kiefers hin): mesial,
» hinten (von der Mitte des Kiefers weg): distal,
» Aussenseite des Zahnes: buccal (bei den Backenzähnen), labial (Schneidezähne, Eckzahn),
» Innenseite des Zahnes: lingual (im Unterkiefer), palatinal (im Oberkiefer).


Zahnfleisch
==> Gingiva, Parodontium.


Zahnfleischbehandlung
==> systematische Zahnfleischbehandlung.


Zahnfleischverband
zum Schützen des Zahnfleisches nach größeren parodontalen Operationen, wie z.B. Lappenoperationen, Gingivektomien, Gingivoplastiken oder gesteuerter Geweberegeneration(GTR). I.d.R. durch Pasten auf Zinkoxid-Eugenol- oder Kunstharzbasis. Diese Pasten erhärten durch Speichelzutritt und können noch zusätzlich durch Verbandhalter oder Nähte fixiert werden. Liegedauer etwa eine Woche; in dieser Zeit reduzierte Kaufunktion und Kosmetik.


zahnfreundliche Lebensmittel
==> 'Aktion zahnfreundlich'.


Zahnhalteapparat
==> Parodontium.


Zahnheilkundegesetz
Bundesgesetz, welches Bestimmungen zur Ausbildung, Approbation und Ausübung der Zahnheilkunde enthält. So sagt es unter anderem:
Ausübung der Zahnheilkunde ist die berufsmäßig, auf zahnärztlich wissenschaftliche Erkenntnisse gegründete Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (=Diagnose und Therapie). Die Zahnheilkunde ist kein Gewerbe.


Zahnmark
auch Zahnnerv; ==> Pulpa.


Zahnmedizin;-)
ist die Kunst, manches Übel bei der Wurzel zu packen und auch nicht-adlige Patienten mit Kronen zu beglücken;-) (aus dem gleichnamigen Wörterbuch, erschienen im Tomus Verlag München 1993; ISBN 3-8231-0075-0).


Zahnnerven
die Zähne des Kiefers werden ausschließlich von dem Trigeminusnerv versorgt. Nebenstehende Abbildung zeigt den Verlauf dieses Nerven. Die feinsten Endigungen des Trigeminus enden in der Pulpa ("Nerv") eines Zahnes.


Zahnputztechniken
es werden drei Zahnbürstmethoden empfohlen:
» zirkuläres (kreisförmiges) Putzen, modifiziert nach Bass,
» vertikales (von oben nach unten) Putzen, modifiziert nach Stillmann und
» die Charters-Methode bei Zahnfleischerkrankungen.
Sieht man einmal von der denkbar schlechtesten Z. - dem Schrubben (= waagerechtes Hin- und Herbewegen) - und der Methode nach Charters bei Zahnfleischerkrankungen ab, so ist die Art der Technik zweitrangig; viel wichtiger ist eine regelmäßige Anwendung - nach Möglichkeit nach jeder Mahlzeit; 1mal am Tag eine gründliche Reinigung und eine stets gleiche Systematik, wie z.B.:
man beginnt im Oberkiefer rechts außen bei den hinteren Backenzähnen, reinigt dann die Außenseiten der Schneidezähne und Backenzähne der anderen Seite (Abb. li.); dann ist auf die gleiche Weise der Unterkiefer an der Reihe. Nach der gleichen Systematik werden anschließend die Innenflächen der Zähne gereinigt (Abb. mi.). Abschließend wird eine Reinigung aller Kauflächen der Backenzähne durchgeführt (Abb. re). Zur Kontrolle des Putzerfolges empfiehlt es sich, hin und wieder die Zähne nach dem Reinigen anzufärben, um so Schwachstellen in der P. herauszufinden. Der Anpressdruck der Bürste auf den Zahn sollte nicht besonders stark sein, da die Borsten zum einen sonst umknicken und keinen großen Reinigungseffekt mehr haben, zum anderen gerade bei freiliegenden Zahnhälsen ein 'Wegputzen' des Zahnwurzelzements (keilförmige Defekte) die Folge ist.


Zahnschema
Orientierungssystem zur Darstellung der menschlichen Zähne (Milchzähne u. bleibende Zähne). Es gibt in der ZHK mehrere Z.; gebräuchlich ist international das Z. der Zahnärzte - Weltorganisation FDI, deshalb soll darauf näher eingegangen werden:
Der Kiefer wird in 4 Quadranten unterteilt, die Darstellung erfolgt aus Sicht des Betrachters (also auf das Gesicht des Patienten); es ergibt sich somit eine Seitenvertauschung Rechts-Links bei der Schreibweise. Der rechte Oberkieferquadrant erhält die 'Leitzahl' 1 (eins), der linke Oberkiefer die 2, der linke Unterkiefer die 3 und der rechte Unterkiefer die 4 . Dieser Zahl wird dann die 'Zahnzahl', beginnend von der Mitte der Schneidezähne, nachgestellt. Somit hat der linke untere Schneidezahn die Zahl 31 (sprich: drei-eins) oder der rechte oberste Weisheitszahn die Zahl 18 (sprich: eins-acht). Die gleiche Systematik setzt sich bei den Milchzähnen fort, nur daß hier die 'Leitzahlen' 5, 6, 7 u. 8 sind.
Andere (weniger gebräuchliche Schreibweisen) sind noch (am Beispiel des Zahnes 18): ' 18| ' oder ' 18+ ' oder '3.Backenzahn oben rechts'.
Siehe auch unter Gebiß.


Zahnschmelz
==> Schmelz.


Zahnschmerz
siehe unter Schmerzen und Verhaltensregeln bei Z. auf eigener Seite.


Zahnschutz
auch Mundschutz bzw. Boxerschutz; herausnehmbarer Behelf zum Schützen der Zähne und Kiefer bei verletzungsträchtigen Sportarten (z.B. Hockey, Baseball, Skateboard, Squash, Rollerskating, Football), da die Zahnbruchgefahr bis zu 60 mal höher sein kann.
Der M., welcher als eine Kombination aus Dämpfung und Kraftverteilung wirkt, sollte nach einer Abdrucknahme der Zahnreihen und Kiefer individuell aus einem elastischen aber trotzdem 'festen' Kunststoff gefertigt sein. Durch entsprechende Gestaltung und Farbgebung sind die Unannehmlichkeiten beim Tragen als gering einzustufen.


Zahnstein
Zahnstein ist verkalkte Plaque (der Zahnbelag, welcher nicht durch sorgfältiges Putzen von der Zahnoberfläche entfernt wird); im Volksmund häufig gleichgesetzt mit jeglicher Verfärbung und Verunreinigung der Zahnoberfläche. Wissenschaftlich wird noch z.T. (heute nicht mehr korrekt!) supragingivaler (oberhalb des Zahnfleisches zur Zahnkrone hin, = sichtbar) von subgingivalem Z. (auf der Zahnwurzel befindlich, in der Zahnfleischtasche, = nicht sichtbar) unterschieden. Die moderne Nomenklatur bezeichnet den nicht sichtbaren Z. als Konkremente.
Die Plaque mineralisiert unterschiedlich schnell, besonders aber am Austrittsbereich der großen Speicheldrüsen; aus diesem Grund ist der Z. auch besonders häufig an den lingualen Flächen der unteren Schneidezähne und den Außenflächen der 1.-2. großen Backenzähnen anzutreffen (sog. Prädilektionsstellen). Die Mineralisation des weißgelblichen bis dunkelgelben Z. geht von Zentren (in Kolonien best. Bakterienarten bzw. der Plaquematrix) aus und besteht aus vier verschiedenen Kalziumphophatkristallen:
» CaH (PO4) x 2H2O = Brushit,
» Ca4H (PO4)3 x 2H2O = Oktakalziumphosphat (OCP),
» Ca5 (PO4)3 x OH = Hydroxylapatit,
» ß-Ca3 (PO4)2 = Whitlockit.
Je nach Liegedauer und Zeitpunkt der letzten Entfernung unterscheidet man noch zusätzlich zwischen jungem (leicht entfernbar, fast weiß) und altem Z.. Die Entfernung des Z. erfolgt heute fast ausschließlich mit Ultraschallinstrumenten, welche den Z. in Schwingungen versetzen und abplatzen lassen. Wichtig ist eine anschließende Politur der Zahnoberfläche mit feinen Bürstchen oder Pulverstrahlgeräten, denen zur Härtung der Zahnoberfläche ein Fluoridpräparat beigemischt ist, um nicht neue Kristallisationspunkte zu schaffen. ==> Zahnbeläge, Konkremente


Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001
siehe unter Qualitätsmanagement.


Zucker
süßes, in Wasser leicht lösliches Kohlenhydrat pflanzlichen Ursprungs; im erweiterten Sinn Bezeichnung für alle niederen Saccharide. Der kariogene Z. ist der Hauptnährboden für die die Karies verursachenden 'Kariesbakterien'. Bekannte Zuckerarten sind: Saccharose (Haushaltszucker, Rohrzucker, Rübenzucker), Glucose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker), Laktose (Milchzucker), Maltose (Malzzucker).


Zuckeraustauschstoffe
sog. 'Süßmittel', die an Stelle von Zucker (Saccharose) oder Glukose (Traubenzucker, hat etwa die Hälfte der Süßigkeit von Rohrzucker; Hauptvorkommen in Früchten u. Honig) der Diät von Diabetikern zugeführt werden. Ihre Süßkraft und ihr Nährwert entsprechen etwa dem des natürlichen Zuckers. Sie sind nur gering oder gar nicht kariogen und ein idealer geschmacklicher Ersatz für den kariogenen Zucker, bewirken aber im Gegensatz zu den Zuckerersatzstoffen keine Reduktion der Kalorienzufuhr. Einziger Nachteil der Z. ist die abführende Wirkung beim Verzehr größerer Mengen. Bekannte Vertreter sind die sog. Zuckeralkohole: Isomalt, Lycasin, Sorbitol und Xylitol. Siehe auch unter "Aktion zahnfreundlich".


Zuckerersatzstoffe, Süßstoffe
bis zu 300mal süßer als Zucker; enthalten keine Kalorien und sind deshalb auch nicht kariogen. Geschmacklich erreichen sie allerdings nicht die Eigenschaften des echten Zuckers (vergleiche den Geschmack einer echten Cola mit dem einer Cola-light) und werden deshalb gern mit den kalorienhaltigen Zuckeraustauschstoffen in diätischen Nahrungsmitteln gemischt. Hin- und wieder geistern krebserregende Eigenschaften der Z. durch die Regenbogenpresse; bekannte Vertreter sind: Aspartam®, Saccharin®, Zyklamat®, Maltit® usw.. Siehe auch unter "Aktion zahnfreundlich".


Zunge
auch Lingua oder Glossa; von Schleimhaut überzogener dreipaariger frei beweglicher Muskelkörper mit vielseitigen, unterschiedlichen Funktionen: so ist sie zum einen ein Tastorgan, durch ihre Muskelkraft entscheidend am Herunterschlucken der Nahrung beteiligt und wichtig für den Saugakt und die Sprache, zum anderen ein vielfältiges Geschmacksorgan. Sie ist in die Zungenspitze (frei beweglich über dem Boden der Mundhöhle), den Zungenkörper (die Hauptmasse) und den Zungengrund oder -wurzel (der dickere hintere Teil, am Zugenbein befestigt) unterteilt und beim gesunden Menschen von einer blaßroten Farbe. Ihre Schleimhaut besitzt zahlreiche Drüsen und trägt fadenförmige (bilden die Hauptmasse der Z., siehe weiter unten), pilzförmige, blattförmige und umwallte (8 bis 12; mit etwa 2000 Geschmacksknospen) Papillen, wobei die beiden letzteren Träger von Geschmacksknospen sind. Diese Papillen verleihen der Z. bei einer Vergrößerung das Aussehen eines "zotteligen Teppichs" und bieten so jeder Art von Bakterien eine ideale Lebensgrundlage (warm, feucht und nahrhaft). Durch mechanischen Druck und Reiben der Z. am Gaumen und an den Zähnen beim Sprechen und Kauen werden die vorderen zwei Drittel und ein Großteil der Seitenränder ständig 'natürlich' gereinigt, das aus den Drüsen austretende Sekret optimiert diesen Prozeß.
Die Bedeutung der Zunge bei der Nahrungsaufnahme: » Das Abtasten der Nahrung und die Temperaturempfindung erfolgt durch die fadenförmigen Papillen, welche den größten Teil des Zungenoberkörpers bedecken,
» An dem 'Gleitendmachen' der Nahrung sind die Schleimdrüsen erheblich mitbeteiligt,
» Die Geschmacksempfindung erfolgt durch die blattförmigen und umwallten Papillen (Geschmacksknospen), dabei werden die Geschmacksqualitäten 'bitter' am Zungengrund empfunden, 'sauer' an den Seiten der Z., 'salzig' an der vorderen Zungenseite und 'süß' an der Zungenspitze. Die große Vielfalt der Geschmackserlebnisse wird durch zusätzliche Tast-, Schmerz-, Wärme-, Kälte- und vielzählige Geruchserlebnisse erreicht.


Zungenbrennen (Glossodynie)
unangenehme brennende Schmerzen im Bereich der Zunge und mitunter auch der Mundschleimhaut, ohne bisher die Ursachen oder eine wirkungsvolle Therapie zu kennen.
Bekannt ist bisher, daß die Schmerzen morgens (fast) nicht vorhanden sind und erst im Laufe des Tages kontinuierlich zunehmen, ohne jedoch die Erkrankten am Einschlafen zu hindern. Bei der Nahrungsaufnahme sind die Schmerzen völlig verschwunden. Zu Unrecht werden von ärztlicher Seite folgende Faktoren als ursächlich vermutet:
» Kontaktallergien mit Prothesenmaterialien, Unverträglichkeit von Zahnersatz,
» Candida-albicans-Infektionen,
» Zahn- und Mundpflegeprodukte,
» Zahnfehlstellungen,
» Parafunktionen und Kiefergelenksbeschwerden.
Vielmehr deuten viele Begleitumstände darauf hin, daß die Ursachen für das Z. im psychischen Bereich zu suchen sind. Deshalb wird als einzig sinnvolle Therapie die Gabe von Psychopharmaka empfohlen; völlig wirkungslos sind Vitamin- und Aufbaupräparate.


Zuzahlungen
Begriff aus der Gesetzlichen Krankenversicherung; entstanden durch die GKV-Neuordnungsgesetze und das sog. Beitragsentlastungsgesetz. So betragen die Z. nach Schätzungen für 1998 beim Zahnersatz etwa 8 Milliarden, bei den Medikamenten ca. 6 Millarden und für eine Krankenhausbehandlung ungefähr 2,4 Milliarden DM. Weitere Z. werden bei Fahrtkosten, für Heilmittel und Kuren, Brillengestelle, Verbandmittel, Massagen und Rehabilitationsleistungen erhoben. Im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten sind die Z. in Deutschland moderat, wie dies am Zahnersatz deutlich wird:
Für Zahnersatz erhalten die Versicherten in Deutschland (Ausnahme die nach dem 1.1.79 geborenen sind) von der Krankenkasse etwa 50% der Kosten erstattet. Aus eigener Tasche bezahlt werden muß diese Leistung in Spanien, Portugal und der Schweiz. In den Niederlanden werden nur die Kosten für Vollprothesen ganz übernommen, in Italien gibt es einen Zuschuß von unter 20%. In den übrigen EU-Staaten bestehen Teilerstattungen (teilweise weit unter 50%) für Zahnersatz. ==> Gesundheitskosten


Zyste, Kieferzyste
rundlich geschlossener, mit einer Flüssigkeit oder breiigem Material gefüllter Körperhohlraum, der durch eine Kapsel abgegrenzt ist. Z., welche im Vergleich zu anderen Körperregionen im Kieferbereich relativ häufig anzutreffen sind, neigen stets zu einer gutartigen (meist langsamen) Vergrößerung. Nach ihrem Ursprung unterscheidet man in der ZHK die radikulären Z. (Abb.), welche sich i.d.R. als Folge eines Granuloms entwickeln kann, und die aus Zahnkeimen entstandene follikuläre Z. .Daneben sind noch parodontale Z. und traumatische (unfallbedingt) Z. bekannt. Auch nach Entfernung des die Z. verursachenden Zahnes wachsen diese - jetzt Residualzyste genannten - Gebilde weiter und können u.U. bis zur Größe eines kleinen Hühnereies wachsen, bevor sie den Kieferknochen durchbrechen. Unmittelbar vor dem Durchbruch ist beim Betasten das sog. Pergamentknittern zu vernehmen. Da die Z. - falls sie nicht infiziert werden - bis zu einer gewissen Größe völlig schmerzlos sind, ist ihre Erkennung meist nur röntgenologisch möglich.
Prozentual verteilen sich die Z. wie folgt:
65-70% radikuläre, 13-17% follikuläre, residuale 2-8% und Hautzysten mit 1,7-5%.
Operiert werden die Z. entweder durch ihre vollständige Entfernung (Zystektomie; nach Partsch II) oder durch eine sog. 'Fensterung' (Zystostomie; nach Partsch I).


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mit freundlicher Genehmigung von dental-links.de, Dental Lexikon © by Dr. Claus de Cassan