Zahnärztliches Lexikon R
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Rachitis
auch 'Englische Krankheit'; Vitamin-D-Mangelkrankheit mit generalisierter Störung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels im Säuglings- u. Kleinkindalter. Das mangelnde Vitamin D3 (Cholecalciferol) entsteht bei Ultraviolettbestrahlung (Sonnenlicht, Höhensonne) aus einer Vorstufe in der Haut, es wird in der Leber in die eigentliche Wirkform umgewandelt. Akute Krankheitszeichen sind Schwitzen am ganzen Körper; Harngeruch, Appetitlosigkeit und Blässe. Bedingt durch die Störung des Calciumstoffwechseld kommt es zu einer ungenügenden Mineralisation der Knochen und der Zähne. Die Schneidezähne und die ersten bleibenden Backenzähne (Molaren) brechen verspätet durch und zeigen Schmelzhypoplasien (kalkige Flecken); typisch ist außerdem durch Verformung der Kiefer der schwer behandelbare 'rachitischer offener Biß'. Die Behandlung besteht aus natürlichem Sonnenlicht oder künstlichem UV-Licht, da die Vorstufe des Vitamin D3 schon in der Haut vorhanden ist und einer Vitamintherapie verbunden mit einer vollwertigen Ernährung.
radikulär
zur (Zahn)Wurzel gehörend, die (Zahn)Wurzel betreffend, an der (Zahn)Wurzel gelegen.
Radiologie
Lehre von den ionisierenden Strahlen (u.a. auch den Röntgenstrahlen) und ihrer Anwendung. Als Unterzweig befaßt sich die medizinische R. mit der Diagnose und Therapie von Krankheiten (Röntgenologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin).
radiopak
Begriff aus der Radiologie für das Verhalten von Stoffen, Röntgenstrahlen bei ihrem Durchtritt abzuschwächen (absorbieren). Von Bedeutung in der ZHK besonders bei Materialien zur Wurzelkanalfüllung, um eine röntgenologische Kontrolle der Behandlung durchführen zu können. Der r. Effekt wird durch das Beimischen bestimmter Metallsalze zur Grundsubstanz erreicht. Das Gegenteil von r. ist radioluzent.
Radiovisiographie
==> digitale Röntgendiagnostik.
Radix
lat. für Wurzel. So bezeichnet man die Zahnwurzel anatomisch korrekt als Radix dentis.
Radix-Anker
schraubenförmige Verankerung für eine Krone ("Stiftkrone") in der Wurzel eines tief zerstörten und wurzelkanalbehandelten Zahnes als letzte Möglichkeit zur Erhaltung des Zahnes. Diese äußerst stabile Verankerungsform hat allerdings zuweilen auch Nachteile:
Korrossionsbedingt können sich metallische Zersetzungsprodukte in das Wurzel- und Zahnfleischgewebe einlagern und so zu Verfärbungen und Reizungen führen. Ebenso kann der metallische Stumpf (der Teil des R.-A., der aus der Wurzel herausragt), bei der kosmetisch optimalen Vollkeramikkrone ("Jacketkrone"), zu nicht erwünschten Farbabweichungen führen. Eine Abhilfe scheinen die keramischen Wurzelstifte zu sein; Langzeiterfahrungen - besonders im Hinblick auf die Bruchgefahr bei Belastung - bleiben abzuwarten.
Abb.: Radixanker mit Gewinde in der Zahnwurzel (transparente Darstellung)
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Radix relicta
Teil einer Wurzel, welcher nach vermeintlicher vollständiger Zahnentfernung im Kiefer zurückgelassen wurde.
Ramifikation
Verästelung, in der ZHK bekannt bei den Verästelungen des Zahnnerves im unteren Drittel der Wurzel. Die R. werden bei einer Wurzelspitzenresektion nach Möglichkeit vollständig entfernt.
Randschluß, Randdichte
Bezeichnung für die Übergansstelle zwischen einer Füllung oder Krone und dem natürlichen Zahn; eines der entscheidensten Kriterien für die Güte einer Reparaturmaßnahme. Ein 100%iger Verschluß wird ohne Hilfsmittel (Befestigungszement, Ätztechnik) selten über die ganze Übergangsfläche erreicht; dies ist einer mit der Gründe, weshalb bei der Füllungstherapie nach den Black'schen Regeln präpariert werden sollte, um die 'Schwachstelle Füllungsrand' in solche Zonen zu verlegen, welche der Zahnreinigung gut zugänglich sind. Bedenkt man aber, daß die die Karies auslösenden Bakterien nur eine Größe von 0,5-2 µ (1µ = eintausendstel Millimeter) haben, so zeigt sich die Bedeutung des R. für eine gute Versorgung des erkrankten Zahnes. Bei Kronen liegt die erwünschte Genauigkeit etwa bei 30-50 µ, in der Realität aber meist doch nur bei 200-300µ; bei Füllungen ist das Randschlußverhalten materialbedingt unterschiedlich. So quillt ('expandiert') z.B. das Amalgam in der Aushärtungsphase und gewährleistet damit einen guten R. bei sachgerechter Verarbeitung. Anders dagegen die Kompositmaterialien ("weiße Füllungen"), diese Schrumpfen während der Abbindephase z.T. erheblich. Man versucht - meist erfolgreich - diese negative Eigenschaft mit der sog. Ätztechnik bzw. mit einem schichtweisen Einbringen des Kunststoffes zu kompensieren. Bei Goldgußfüllungen (Inlays) wird ein guter R. in zugänglichen Bereichen mit einer speziellen Poliertechnik erreicht. Bei Keramik-Inlays bedient man sich einem auf der Ätztechnik basierendem 'Einkleben' des Inlays.
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Randleiste
Schmelzwulst auf den Kauflächen der großen und kleinen Backenzähne zum Nachbarzahn hin. Funktionell schützen die Randleisten den Zahnzwischenraum und die Interdentalpapille vor einem Einquetschen der Nahrung beim Kauen.
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Ranula, (Retentionszyste)
unterhalb der Zunge gelegene, mit Speichel gefüllte Zystenart
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Raspatorium
chirurgisches Standardinstrument zum Ablösen / Abschieben der Knochenhaut vom Knochen.
Rattenschwanzfeile
schlagwortartige Bezeichnung für ein feines, rundes, aus spez. Stahl oder Titan bestehendes Instrument im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung. Auf seiner Oberfläche befinden sich - wie bei einem Rattenschwanz - derart geformte Widerhaken, welche ein Hineingleiten in den Wurzelkanal leicht ermöglichen, beim Herausziehen aber mit ihrer Oberfläche in der Tiefe liegende Gewebereste nach Außen befördern.
Raucherbelag
kosmetisch störender bräunlich-gelber Belag, welcher durch Pigmente aus dem Tabakrauch verursacht wird. Mit konventienellen Mundhygienemaßnahmen nicht zu beseitigen.
Folgende Punkte sollten von Rauchern beachtet werden:
Die von der Industrie angepriesenen Zahncremes, welche weiße Zähne ohne Nebenwirkungen machen sollen, gibt es nicht; entweder enthalten sie starke Abrasivstoffe oder aber leichte Säuren -- beides äußerst schädliche Mittel bei einer Daueranwendung für den Zahn. Es gibt jedoch Pasten mit nicht so starken Abrasivstoffen, welche die fest aufliegenden Verfärbungen 'abschmirgeln'. Da diese Prozedur für die Zähne eine Belastung darstellt, sollte ein täglicher Gebrauch vermieden werden. Wegen einer Gefährdung des Zahnfleisches sollten keine Zahnbürsten mit harten Borsten gleichzeitig angewandt werden!
Die schonenste und sicherste Methode der Belagsentfernung ist eine professionelle Zahnreinigung in einer Zahnarztpraxis. Normale Verfärbungen können mit einer speziellen Polierpaste sachgerecht auch an schwer zugänglichen Stellen entfernt werden. Bei besonders starken Verfärbungen werden sog. Air-Flow-Geräte eingesetzt: unter Druckluft wird ein Salz-Wasser-Gemisch auf die Zahnoberfläche gesprayt und die Verfärbungen werden - ähnlich wie bei einem Dampf- oder Sandstrahler - weggesprüht. Allerdings sollte diese hochwirksame Therapie nicht öfter als 4 mal im Jahr erfolgen.
Von den elektrischen Zahnbürsten haben sich besonders die bewährt, welche oszillierende Bewegungen ausführen oder - noch besser - mit Schallwellen arbeiten. Ein leicht 'kitzelndes' Gefühl beim Reinigen verschwindet nach mehrmaligem Gebrauch.
Das Zahnfleisch ist durch den Dauerreiz der Rauchschadstoffe besonders gefährdet, häufigere Zahnfleischentzündungen sind die Folge. Eine besonders gute Mundhygiene ist deshalb für Raucher unerläßlich.
==> Zahnbeläge.
Recall - System
in Zahnarztpraxen gebräuchliches Erinnerungssytem, besonders im Rahmen der parodontologischen Nachsorge. Dem Patienten wird nach einem vorher festgelegten Zeitraum mitgeteilt, daß ein Kontroll / Untersuchungstermin wieder fällig ist. Das R.-S. war lange Zeit berufsrechtlich umstritten, da darin eine Art von nicht erlaubter Werbung gesehen wurde. Nach Berufsgerichtsentscheidungen ist es aber zulässig, dann einen Patienten zu erinnern, wenn dieser von sich aus den Wunsch dazu geäußert hat; nicht zulässig sind dagegen unaufgeforderte bzw. mehrmalige Erinnerungen.
Rechtwinkeltechnik
spezielle, meist mit einem Filmhalter durchgeführte Röntgentechnik zur Darstellung eines etwa größengleichen, aber verzerrten Abbildes mehrerer Zähne auf einem im Mund, hinter den Zähnen befindlichem Zahnfilm. Der Röntgenstrahl ist bei der R. rechtwinklig zur Filmebene ausgerichtet. Durch diese Technik werden besonders die Wurzelteile verzerrt (verkürzt) wiedergegeben. Wenn schon aus Platzgründen die verzerrungsfreie Paralleltechnik nicht durchgeführt werden kann, sollte besser die exaktere Winkelhalbierungstechnik durchgeführt werden.
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Regelbiß
= regulärer Biß; ==> Dysgnathie.
Regeneration
1.) physiologische R. im Sinne eines Ersatzes von Zellen oder Geweben, welche sich unter normalem Verschleiß abnutzen (z.B. Haut, Schleimhaut, Nägel, Zahnwechsel Milchgebiß - bleibendes Gebiß) aus dem Körper heraus. Je nach Regenerationsfähigkeit der Zellen sind die Zeiträume versch. lang; so erneuert sich das Epithel der Haut oder Darmschleimhaut alle 2-3 Tage, eine völlige R. des Blutes innerhalb von 3 Monaten.
2.) reparative R. bei Defektheilungsprozessen (z.B. Ausheilen einer Hautwunde).
Regreß
Schadenersatzforderung, Zurückzahlung kassenunwirtschaftlicher Leistungen; Begriff aus der Gesetzlichen Krankenversicherung. Näheres siehe unter Prüfungsausschuß.
Regulierung
Schlagwort für ein kieferorthopädisches Behandlungsmittel, bzw. für eine kieferorthopädische Behandlung.
Rehabilitation, orale
im Mund durchgeführte - meist größere - Wiederherstellungsmaßnahmen zur Erlangung oder Wiedererlangungung einer optimalen Kaufunktion bei ansprechender Kosmetik. Die R. wird meist mit hochwertigen Einlagefüllungen oder Zahnersatz und aufwendig gearbeiteten Kauflächen durchgeführt.
Reichsversicherungsordnung, RVO
auf Bismarck zurückgehendes, 1911 staatlich verankertes Sozialversicherungsgesetz; Grundlage der Gesetzlichen Krankenkassen (Näheres unter GKV und Kassenpraxis). Seit 1989 in das Sozialgesetzbuch (SGB) übergeführt; die Gesetzlichen Krankenkassen sind seiher gesetzlich im SGB V verankert.
Reihenextraktion
Entfernung von Zähnen im Wachstumsalter als alleinige oder kieferorthopädisch kombinierte Behandlungsmaßnahme bei 'zu wenig Platz' (Engstand) im Kiefer. Hauptsächlich werden aus kosmetischen und funktionellen Gründen bei der R. einer oder beide kleinen Backenzähne (Prämolaren) gezogen.
Abb.: Rot = Im Engstand stehende Zähne; meist genügt die Entfernung eines Zahnes, um ausreichend Platz für die verbleibenden Zähne zu schaffen.
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Reimplantation
==> Replantation.
Reizdentin
auch als Sekundärdentin bezeichnet; entsteht als Anpassungsfolge des Dentins auf äußere Reize zum sicheren Schutz des Zahnnervs. Als Reizfaktoren kommen chemische, mechanische und thermische Faktoren in Frage, welche den gesunden Nerv an seiner äußeren Schicht (Odontoblasten) anregen, neue Substanz zu bilden; je jugendlicher der Zahnnerv ist, um so sicherer und ausgeprägter ist diese Reaktion. Im Rahmen der Caries profunda - Therapie wird dieser Effekt mit der sog. Überkappung ausgenutzt.
Rekonstruktion
Wiederherstellung; Begriff fachspezifisch besonders in der Gnathologie gebraucht. Siehe auch unter Scharnierachse.
Rekordspritze
aus einem Glaszylinder und einem Metallkolben bestehende, optisch groß wirkende Injektionsspritze, sterilisationsfähig zum mehrmaligen Gebrauch. Heute wegen einer Infektionsprophylaxe (AIDS, Hepatitis) durch wesentliche kleinere Einmalspritzen abgelöst.
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REM, Rem, rem
==> Sievert.
Remineralisation
Begriff aus Kariesentstehung; (Wieder)Einlagerung von aus dem Speichel stammenden Kalziumphosphaten in die von Säuren (z.B. Milchsäure) angegriffene Zahnoberfläche. Die Anwesenheit von Fluoriden begünstigt und beschleunigt diesen Vorgang.
Remontage, Reokkludieren
Begriff aus der Gnathologie zur Behebung von Störungen des Zusammenbisses im Artikulator.
Replantation
Rück- oder Wiedereinpflanzung von erhaltungswürdigen Zähnen in das entsprechende Zahnfach. Der Zahn kann entweder durch einen Unfall sich nicht mehr im Zahnfach befinden (traumatische R.; häufigste Art) oder absichtlich durch den Zahnarzt vorübergehend entfernt werden (therapeutische R.; selten praktiziert), um außerhalb des Mundes eine Wurzelfüllung und Wurzelspitzenresektion bei schwierigen anatomischen Verhältnissen durchzuführen. Da der Zahnnerv nicht mehr anwächst, muß stets eine Wurzelkanalbehandlung (meist in Kombination mit einer WSR) vor dem Wiedereinpflanzen durchgeführt werden. Entscheidend für den Langzeiterfolg einer R. ist, daß die Wurzelhaut nicht abgestorben ist, der Zahn also möglichst bald wieder eingepflanzt wird und außerhalb des Mundes feucht gehalten wird (Kochsalzlösung, notfals auch der eigene Speichel). Ein primäre 'Einheilung' findet zwar auch bei abgestorbener Wurzelhaut statt, es tritt in Folge aber eine feste Verwachsung des Zahnes mit der Alveole ein und dies führt zu einer Auflösung (Resorption) der Zahnwurzel, was ein Aus für den Zahn bedeutet. Zur Fixierung und Schonung des replantierten Zahnes wird i.d.R. für ein 4-6wöchigen Zeitraum eine Schiene über die Zähne des betroffenen Kiefers eingesetzt.
Resektion
aus dem Zusammenhang nehmen, Ausdruck wird meist im Sinne einer Wurzelspitzenresektion gebraucht.
Resektionsprothese
spezielle Prothesenart (meist Vollprothese) bei unfall- oder tumorbedingtem Verlust größerer Teile des Kieferknochens.
Residualzyste
==> Zyste.
Resilienz
Eindrückbarkeit, Nachgiebigkeit eines Gewebes bei Belastung. Bei Teilprothesen, die sowohl auf den (festen) Zähnen abgestützt sind, wie auch auf der (eindrückbaren) Mundschleimhaut aufliegen (sog. Freiendprothesen), muß diese Eigenschaft bei der Konstruktion berücksichtigt werden (durch sog. 'Resilienzverankerungen'), um nicht eine schädigende, ständige kippende Belastung an den tragenden Zähnen entstehen zu lassen.
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Resistenz
Widerstandskraft, Unempfindlichkeit von Mikroorganismen gegen antibakterielle Wirkstoffe, wie z.B. Antibiotika. Lag früher die Wirksamkeitsdauer eines neuen Antibiotikums im Durchschnitt bei 14 Jahren, so ist sie inzwischen auf drei bis fünf Jahre geschrumpft. So befürchtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO), daß es in Zukunft gegen viele Infektionen kein Gegenmittel mehr geben könnte. Die Gründe für die R. sind vielfältig:
» ärtzlicherseits werden zu häufig Antibiotika verschrieben, obwohl 'konservative' Therapien ebenfalls zum Erfolg führen würden. Hier spielen von Seiten der Ärzteschaft allerdings juristische Gründe mit: Man befürchtet, daß bei einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes der Patient den behandelnden Arzt auf Fehlbehandlung verklagt.
» unvorschriftsmäßige Einnahme. So verzichten viele Patienten nach Abklingen der Symptome auf eine weitere (verschriebene) Einnahme, und züchten so unwissend resistente Bakterienstämme.
» Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht und -mästung. Über das Fleisch nimmt der Mensch auch Bakterien auf, die bereits eine Unempfindlichkeit für bestimmte Antibiotika aufweisen. Diese Resistenz überträgt sich dann auf körpereigene Bakterienstämme.
Resorption
==> Wurzelresorption.
Restgebiß
==> Lückengebiß.
Restostitis
zurückgelassenes Granulationsgewebe nach einer Zahnentfernung soll angeblich - also trotz Beseitigung der Ursache - weiterbestehen und für eine Herderkrankung verantwortlich sein. Als Therapie wird dann der "befallene" Kieferknochen großzügig ausgefräßt. Zusammenhänge und Therapie sind sehr umstritten und wissenschaftlich nicht belegt.
Retention, retiniert
1.) Begriff aus der zahnärztlichen Anatomie / Chirurgie: man spricht von einem retinierten Zahn, wenn dieser zwar richtig liegend sich im Kiefer befindet, aber aus welchen Gründen auch immer nicht in die Mundhöhle durchbricht; häufigste dieser Formen sind die Weisheitszähne, gefolgt von den oberen Eckzähnen, welche dann zudem auch noch nicht richtig im Kiefer liegen, man spricht dann von retiniert und verlagert.
2.) Erhaltung eines kieferorthopädischen (End)Zustandes mit speziellen Geräten. ==> Rezidiv
Retraktionsfäden, -ringe
Hilfsmittel zum Zurückdrängen von störendem Zahnfleisch, zur Öffnung der Zahnfleischtasche und/oder Stillen einer bestehenden Blutung aus dem Zahnfleisch heraus vor der Abdrucknahme von präparierten Zähnen. In die Zahnfleischtasche (den sog. Sulkus) werden mit gefäßverengenden Mitteln getränkte Fäden oder Ringe eingelegt und einige Minuten einwirken lassen.
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Retrogenie
==> Distalbiß.
Retrognathie
angeborene oder unfallbedingte Verkleinerung des Oberkieferkörpers mit den Alveolarfortsätzen; bei extremer Verkleinerung spricht man von Mikrognathie. Führt zum erscheinungsbild der unechten Progenie.
retrograder Verschluß, Wurzelfüllung
chirurgisch/endodontische Maßnahme während einer Wurzelspitzenresektion. Gelegentlich angewandt, wenn die über die Zahnkrone durchgeführte (=orthograde) Wurzelfüllung (grau) nicht randständig ("dicht") ist. Es wird während der Operation nach Abtrennen der Wurzelspitze eine kleine Kavität gebohrt und mit einem bestimmten Füllmaterial (Gold, Kunststoffe, Keramik) verschlossen (blau).
==> Wurzelspitzenresektion.
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retromolar
Lagebezeichnung: hinter den Backenzähnen.
Retzius-Linien, -Streifen
den Jahresringen der Bäume ähnliche parallel verlaufende Wachstumslinien (blau) innerhalb des Zahnschmelzes, welche nur bei angeschliffenen Zähnen sichtbar werden. Bei Milchzähnen und den ersten großen Backenzähnen ist der sog. 'Geburtsstreifen' als Ausdruck der Ernährungsumstellung besonders gut zu sehen.
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Rezept
lat.: receptum = Verpflichtung; schriftliche ärztliche Anweisung an eine Apotheke zur Arzneianfertigung bzw. -ausgabe durch eine Apotheke. Bei Kassenpatienten und Betäubungsmitteln sind Vordrucke vorgeschrieben, sonst genügt die schriftliche Darlegung (mit dokumentenechter Unterschrift) mit Datum, Anschrift des Arztes u. Patienten und Art bzw. Menge der Arznei auf einem Stück Papier, beginnend mit 'Rp' (= recipe = nehme).
Rezidiv
Rückfall einer Krankheit nach subjektiver Abheilung; in der Kieferorthopädie ist mit R. eine Zurückwanderung der Zähne und der Bißlage zur ürsprünglichen, behandlungsbedürftigen Ausgangssituation hin gemeint. Aus diesem Grund ist für Zahnregulierungen der zeitlich richtige Behandlungsbeginn wichtig. Zur Vermeidung eines R. werden häufig nach Abschluß der Behandlung sog. 'Positioner' oder Retainer zur Retention (Stabilisierung) getragen.
Rhagade, Faulecke
auch Schrunde; meist narbenlos abheilender Hautriß infolge von Fehlbeanspruchung oder Gesundheitsstörungen (Mangel- o. Pilzerkrankungen,Infektionen), z.B. an Lippen und Mundwinkeln. Aus zahnmedizinischer Sicht kommt als häufigste Ursache ein zu tiefer Biß (der Unterkiefer nähert sich dem Oberkiefer stärker als normal) durch abgekaute Zahnreihen (Abrasionsgebiß) und schlecht angepaßten Zahnersatz (falsche Bißhöhe) in Betracht. Neben einer akuten Behandlung mit Vitamin-B Salben ist eine echte Behandlung nur durch Ursachenbeseitigung erfolgsversprechend.
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Richmondkrone
auch Ringstiftkrone; antiquierte Stiftkronenart ("Stiftzahn"), aus gelötetem Goldblech mit einer Porzellan- oder Kunststoff-Facette zur (kosmetisch unbefriedigenden) Erlangung eines zahnfarbenen Effektes.
Rillen-Schulter-(Stift)- Geschiebe
an Stelle einer Klammer spezielles Verbindungselement zwischen festsitzendem und herausnehmbaren Zahnersatz.
Roach-Geschiebe
spezielles Verbindungselement zwischen festsitzendem und herausnehmbaren Zahnersatz.
Röntgen
1.) Wilhelm Conrad R.; Entdecker der Röntgenstrahlen (1895/96). Für eine einfache Handdurchleuchtung benötigte man damals noch 25 Minuten. Durch Weiterentwicklung der Geräte und Filme dauert der gleiche Vorgang heute weniger als 1 Sekunde.
2.) laienhafte Schlagwortbezeichnung für die diagnostische Anwendung von Röntgenstrahlen.
3.) Alte Maßeinheit (R) für die Bestimmung der sog. 'Ionendosis'. Heute mißt man entweder in SI-Einheiten (1R=2,58.10-4 SI) oder in Sievert (Sv) (1R=0,01Sv).
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Röntgenapparat, Röntgenröhre
Hochvakuumelektronenröhre zur Erzeugung von Röntgenstrahlen. In der ZHK sind zur Untersuchung des Kiefers (Röntgendiagnostik) zwei Gerätetypen in Gebrauch:
1.) relativ kleine Geräte für Röntgenaufnahmen, bei denen der Zahnfilm sich im Mund hinter den Zähnen befindet (=intraorale Aufnahmetechnik, Paralleltechnik, Rechtwinkeltechnik, Winkelhalbierungstechnik; Abb. rechts) und
2.) über 2 Meter hohe Geräte zur Anfertigung von sog. Panoramaaufnahmen; der Röntgenfilm befindet sich außerhalb des Mundes. Obwohl bei dieser Aufnahme ein großer Teil des Schädels dargestellt wird (siehe nebenstehende Abbildung), ist die Ganzkörper-Strahlenbelastung nur ein Drittel so groß wie bei einer einzelnen Zahnfilmaufnahme und entspricht damit etwa der natürlichen Strahlenbelastung von 12 Stunden Aufenthalt an der frischen Luft im Flachland oder 1 Stunde im Hochgebirge. Der Grund dafür liegt in den Filmkassetten, welche außerhalb des Mundes mit wesentlich leistungsfähigeren Verstärkerfolien arbeiten können als die kleinen Einzelzahnfilme, welche in den Mund eingebracht werden.
Die Röntgenapparate bestehen aus einer Röntgenröhre und einer Hochspannungsquelle; zur genauen Dosierung der Röntgenstrahlen noch zusätzlich mit einem zeitgesteuerten Schaltwerk; Röntgenfilter absorbieren den Teil der Strahlung, welcher zur Untersuchung nicht nötig ist und dienen auch als Hautschutz (sog. 'Aluminiumblenden').
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Röntgendiagnostik, Röntgenuntersuchung
man benutzt die Eigenschaft der Röntgenstrahlen, auf einer phothographischen Filmschicht sog. 'Schatten' zu erzeugen, welche durch die unterschiedliche Strahlendurchlässigkeit des Körpergewebes oder von Fremdkörpern - in Abhängigkeit von der Art und Dicke des Materials (je höher das Atomgewicht, umso undurchlässiger) - bedingt sind (Abb. oben: Röntgenuntersuchung eines Zahnes mittels Parelleltechnik; braun = Filmhalter, blau = Zahnfilm).
Auf nebenstehender Fernröntgenaufnahme sind diese Eigenschaften gut zu erkennen: so läßt der weiche Nasenknorpel wesentlich mehr Strahlen durch (=stärkere Schwärzung des Röntgenfilms) als die Zähne oder die Knochen der Wirbelsäule. Wo kein genügend starker Kontrast vorhanden ist, lassen sich künstliche Unterscheidungen durch Kontrastmittel erzielen. Zusätzlich lassen sich
Röntgenschichtaufnahmen
(Computertomographie, Panoramaschichtaufnahme) durchführen; man erhält sie durch gleichzeitige, gegeneinanderlaufende Bewegungen von Röntgenröhre und Röntgenfilm bei ruhendem zu untersuchendem Körperteil.
Bei der Röntgendurchleuchtung wird der erzeugte Schatten durch eine Photokathode elektronisch verstärkt und z.B. auf einen Bildschirm übertragen.
Bei der Röntgenkinematographie wird der verstärkte Schatten gefilmt. So lassen sich später schnelle Bewegungsabläufe zur besseren Untersuchung in Zeitlupe darstellen.
Es ist allerdings nicht möglich, jede krankhafte Veränderung durch die R. zu erfassen; ein negativer Röntgenbefund sagt deshalb noch nichts Endgültiges zu einer vermuteten Erkrankung aus. Unabdingbar für jede R. ist ein angemessener Strahlenschutz der zu untersuchenden Person.
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Röntgendiagnostik, digitale
modernes Röntgenverfahren bei einer bis zu 90% reduzierten Strahlenbelastung. Die Röntgenröhre bleibt im Prinzip unverändert bestehen; projiziert werden die Röntgenstrahlen aber nicht auf einen herkömmlichen 'Zahnfilm', sondern (z.Zt. noch) auf spezielle Speicherfolien oder Sensoren.
Vorteile des digitalen Untersuchungsverfahrens sind:
» nochmals bis zu 90% reduzierte Strahlenbelastung,
» schnelle Verfügbarkeit (!), da keine Filmentwicklung,
» Bildbearbeitung (Vergrößerung, Kontrastverbesserung, Filterung usw.),
» Bildarchivierung,
» rascher Versand (Online; E-mail),
» umweltfreundlich, da keinerlei Chemikalien (!).
nachteilig sind:
» unverhältnismäßig hoher Anschaffungspreis (!),
» Bilder leicht manipulierbar(!),
» aufwendige Technik;
» ungewohntes Bild.
Die reduzierte Strahlenbelastung wird häufig überbewertet und die durch Medien erzeugte 'Strahlenangst' als Verkaufsargument benutzt, da auch die herkömmlichen zahnärztlichen Röntgenverfahren mit vergleichsweise sehr geringen Strahlendosen arbeiten. So entspricht beispielsweise die Strahlenbelastung durch eine normale Panorama-Röntgenaufnahme der gleichen "Schädigung" eines 12 stündigen Aufenthalts an der frischen Luft auf Meereshöhe.
Röntgenfilm
"Zahnfilm"; aus Polyester bestehender Träger mit einer phothoempfindlichen Emulsion auf der Basis von Brom-Silber, welcher zur Herabsetzung der Strahlendosis mit einer sog. 'Verstärkerfolie' hinterlegt ist.
Röntgengefährdung des Patienten
man unterscheidet somatische Schäden, welche sich direkt bemerkbar machen, von genetischen Schädigungen, welche erst in der Nachfolgegeneration auftreten.
» leichte, reparable Schädigungen im Bereich der direkten Röntgenstrahlen, wenn in kurzer Zeit ca. 30 Zahnaufnahmen von der gleichen Stelle gemacht werden,
» bei mehr als 400 Zahnfilmen in kurzer Zeit von derselben Stelle treten Röntgenverbrennungen (ähnlich einem Sonnenbrand) auf.
» über 4000 Zahnfilme in kurzer Zeit von derselben Stelle können einen Strahlenkrebs auslösen.
Alle drei Annahmen kommen in der zahnärztlichen Praxis nie vor. Das Risiko, bei einer zahnärztlichen Behandlung an Krebs zu erkranken, entspricht dem Todesfallrisiko nach einer Fahrradfahrt von 25 KM Länge.
Genetische Schädigungen könnten sich nur durch eine Verkettung unglücklicher Umstände ergeben. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist nach Expertenansicht 6-mal geringer als 6 Richtige im Lotto anzukreuzen.
Siehe auch unter Strahlenbelastung und Strahlenschutz.
Röntgenmeßaufnahme
in der Endodontie angewandte Röntgentechnik zur Längenbestimmung des Wurzelkanals: man führt ein feines Instrument bekannter Länge in den Wurzelkanal ein und röntgt durch eine spezielle Projektion (Parallel- bzw. Rechtwinkeltechnik) die Wurzel des Zahnes verzerrungsfrei. Auf Grund dieses Meßwertes läßt sich dann eine längenexakte Wurzelkanalaufbereitung durchführen.
Röntgenopazität
== > Verschattung.
Röntgenschichtaufnahme
Panoramaschichtaufnahme.
Röntgenstatus
Darstellung des Ober- und Unterkiefers auf 10-14 kleinen (5x4 cm) intraoralen Röntgenfilmen. Im Vergleich zur außerhalb des Mundes durchgeführten Panoramaufnahme relativ aufwendiges, dafür aber außerordentlich detailgetreues Verfahren; Anwendung hauptsächlich in der Parodontologie zur Darstellung des alveolären Knochens bzw. von Knochentaschen.
Röntgenstrahlen, X-Rays
auch X-Strahlen; elektromagnetische, unsichtbare Strahlung mit starker chemischer Wirkung und hohem Ionisationsvermögen; sie unterscheiden sich von den Gammastrahlen und der natürlichen kosmischen Höhenstrahlung nur durch ihre Entstehungsweise in der Röntgenröhre. Im Strahlungsverhalten gleichen sie dem sichtbaren Licht (Brechung, Reflexion, Polarisation usw.), haben aber im Gegensatz zum Licht ein hohes Durchdringungsvermögen bei vielen Stoffen.
Örtliche Gewebeschädigungen entstehen bei Überschreiten der Toleranzdosis als sog. 'Röntgendermatosen', schlecht heilende Röntgenverbrennungen und Röntgengeschwüre. Hohe Strahlendosen können zum sog. 'Strahlentod' führen.
In Kenntnis der Tatsache, daß sich auch kleinste Strahlenmengen - egal ob künstlicher oder natürlicher Herkunft - im Laufe des Lebens summieren können, sollte jede zusätzliche bzw. unnötige Strahlenbelastung vermieden werden. Einen sicheren Schutz vor R. bietet Blei entsprechender Dicke.
Röntgentherapie, Röntgenbestrahlung
veraltete Anwendung (Nachfolger: direkte Bestrahlung mit Elektronen) der Röntgenstrahlen hauptsächlich bei Geschwulsterkrankungen, auf der Grundlage der Tatsache, daß der Zellstoffwechsel während der Zellteilung - besonders bei keimendem, rasch wachsendem Gewebe - äußerst strahlenempfindlich ist. So führt z.B. eine Bestrahlung der Eierstöcke oder Hoden zur Unfruchtbarkeit; ebenso wird das Krebsgewebe stärker beschädigt, als das daneben liegende normale Gewebe.
Röntgenverordnung, RöV
1987 eingeführte qualitätssichernde Maßnahme bei der Anwendung von Röntgenstrahlen für medizinische Zwecke. So ist z.B. eine regelmäßige Überprüfung der Röntgengeräte ebenso festgeschrieben, wie eine halbjährliche Unterweisung des röntgenologisch tätigen Personals. Weiter regelt die R. wesentliche Teile des Strahlenschutzes.
Röntgengefährdung des Patienten
man unterscheidet somatische Schäden, welche sich direkt bemerkbar machen, von genetischen Schädigungen, welche erst in der Nachfolgegeneration auftreten.
» leichte, reparable Schädigungen im Bereich der direkten Röntgenstrahlen, wenn in kurzer Zeit ca. 30 Zahnaufnahmen von der gleichen Stelle gemacht werden,
» bei mehr als 400 Zahnfilmen in kurzer Zeit von derselben Stelle treten Röntgenverbrennungen (ähnlich einem Sonnenbrand) auf.
» über 4000 Zahnfilme in kurzer Zeit von derselben Stelle können einen Strahlenkrebs auslösen.
Alle drei Annahmen kommen in der zahnärztlichen Praxis nie vor. Das Risiko, bei einer zahnärztlichen Behandlung an Krebs zu erkranken, entspricht dem Todesfallrisiko nach einer Fahrradfahrt von 25 KM Länge.
Genetische Schädigungen könnten sich nur durch eine Verkettung unglücklicher Umstände ergeben. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist nach Expertenansicht 6-mal geringer als 6 Richtige im Lotto anzukreuzen.
Siehe auch unter Strahlenbelastung und Strahlenschutz.
Root planing
Begriff aus der Parodontologie für eine Glättung und Abtragung der obersten (meist infizierten) Zahnwurzelschicht mit spez. Handinstrumenten im Anschluß an das sog. Scaling. Sinn des R. p. ist die optimale Vorbereitung der Wurzeloberfläche für ein (mögliches) Wiederanwachsen ('New Attechment') des Zahnfleisches.
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Rote Liste
vom Bundesverband der pharmazeutischen Industrie herausgegebene Arzneimittelübersicht mit detaillierten Beschreibungen der einzelnen Medikamente in Buchform oder als CD. Standardwerk jeder (zahn)ärztlichen Praxis.
RPP
engl. für Rapidly Progressiv Periodontitis, zwischen der Pubertät und etwa dem 35. Lebensjahr auftretende, äußerst rasch verlaufende Erkrankung des Zahnhalteapparates. Äußerst schwierige und häufig zu Rezidiven neigende Behandlung. Die Ursachen der RPP sind noch nicht restlos erforscht; ein Zusammenhang mit Allgemeinerkrankungen und einem fehl funktionierendem Immunsystem werden diskutiert.
Rubber dam
siehe unter Kofferdam.
Rubor
siehe unter Entzündung. Rückbiß siehe unter Distalbiß.
Rückstellung
Eigenschaft von elastischen Stoffen, nach kurzzeitiger Verformung wieder in ihre Ausgangsform zurückzukehren. Der Grad der R. ist ein wichtiges Kriterium bei platischen und plastisch elastischen Abformmassen. Ideal wäre für Präzionsabdrücke eine 100 %ige Wiederherstellung ihrer Ausgangsform nach der Entnahme des Abdrucks aus der Mundhöhle. Die modernen Abdruckmaterialien (Elastomere, Hydrokolloide) weisen eine fast vollständige R. auf.
Rugae
Falte, Runzel; ==> Plica.
Ruheposition, Ruheschwebe
Ausdrücke für die Lagebeziehung des Unterkiefers zum Oberkiefer bei entspannter Haltung der Kaumuskulatur und aufrechter Körperhaltung. Die Zahnreihen berühren sich in der R. nicht, sondern haben - individuell verschieden - einen Abstand ('free way space') von 2-4 mm zueinander, die Lippen sind dabei (zwanglos) leicht geschlossen. Die R. ist ein wichtiger Anhaltspunkt bei der Bestimmung der natürlichen Okklusion, besonders im zahnlosen Kiefer.
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RVG
Radio-Visio-Graphie;
==> digitale Röntgendiagnostik.
andere Lexikonseiten: Index A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X+Y Z Zahnaufbau



















