Dental Lexikon L

Zahnärztliches Lexikon L

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labial
Lagebezeichnung für: zur Lippe hin; an der Lippe gelegen. ==> Zahnflächen


Labialbogen
kieferorthopädisches Behandlungsmittel aus gebogenem Stahldraht, welches von außen (labial) durch Aktivierung Druck auf die Schneidezähne ausübt und diese so gaumenwärts bewegt. ==> Aktive Platte.


Labor
handwerkliche Einrichtung zur Anfertigung von Zahnersatz und dessen notwendige Reparaturen durch speziell dafür ausgebildete Zahntechniker. Diese Zahntechniker verarbeiten ('veredeln') die Abdrücke aus der zahnärztlichen Praxis (i.d.R. werden die Abdrücke mit einem Modellgips ausgegossen) und fertigen darauf den Zahnersatz (herausnehmbar, festsitzend, kombiniert) an. Die Anfertigung erfolgt ausschließlich auf Weisung des Zahnarztes; eine behandelnde Tätigkeit der Zahntechniker am Patienten ist nach dem Zahnheilkundegesetz strafbar.
Ca. 80% des Zahnersatzes werden in gewerblichen Laboratorien angefertigt, ca. 20 % in sog. Praxislabors, d.h. - je nach Größe - nicht gewerblich tätige Einrichtungen, welche direkt einer Zahnarztpraxis angeschlossen sind und nicht mit einem ausgebildeten Zahntechniker besetzt sein müssen. Die Verantwortung für die Qualität der Arbeit unterliegt beim Praxislabor dem Zahnarzt.
Zur sog. Konformitätserklärung bei der Lieferung von Zahnersatz siehe unter Dentallabor.


Lachgas
chemische Verbindung des Stickstoffs mit Sauerstoff. Das farblose Gas wurde 1844 von dem Amerikaner Wells als kurzwirkendes Analgetikum für die ZHK entdeckt. Das L. war zur damaligen Zeit eine bahnbrechende Entdeckung, da die heute standardmäßig ausgeführten örtlichen Betäubungen noch nicht bekannt waren. Die Lachgasanalgesie ist heute in der zahnärztlichen Praxis aus versch. Gründen von untergeordneter Bedeutung.


Laktobazillen
oder Milchsäurebakterien sind wesentlich an der Spaltung von Kohlenhydraten in Milchsäure, Kohlendioxid, Äthanol und Essigsäure beteiligt. Nach starker Ansäuerung des von ihnen befallenen Substrates können andere Bakterien nicht mehr darauf wachsen. Diese 'konservierende' Wirkung wird bei der Herstellung natürlicher milchsaurer Gärungsprodukte (z.B. Sauerkraut, Silofutter) genutzt. Obwohl ihr Hauptwirkungsort im menschlichen Darm ist, trifft man die L. bei Karies in der Mundhöhle vermehrt an. Inwieweit die L. eine Rolle bei der Kariesentstehung spielen, ist noch nicht ausreichend geklärt.


Langzeitpolymerisation
Verfahren zur Polymerisation von Prothesenkunststoffen. Der in eine besondere Form gestopfte noch plastische Kunststoff wird über einen längeren Zeitraum (bis zu 10 Stunden) im Wasserbad gekocht und so zur endgültigen Härte gebracht. Vorteil dieses langwierigen Verfahrens ist ein Prothesenbasisstoff, welcher frei von zu Schleimhautallergien neigendem Restmonomer ist.


Langzeitprovisorium
provisorische Versorgung von beschliffenen oder fehlenden Zähnen über einen längeren Zeitraum (i.d.R. 3 - 12 Monate), um die Heilphase und damit verbundenen Umbauvorgängen im Kiefer abzuwarten. Siehe auch unter Provisorium, Interimsprothese, Tiefziehverfahren.


Lantibiotika
Wirkstoff: Mersacidin (eine kleine Eiweißart); eine neue Antibiotika-Klasse, welche nach einem anderen Wirkungsprinzip das Bakterium abtötet: während die klassischen Antibiotika (dies sind chemische Verbindungen aus dem Stoffwechsel von Bakterien) in die Synthese des Aufbaus der schützenden Zellhülle aus Zucker und Aminosäuren störend eingreifen, lagern sich die L. selbst in die Zellhülle ein, machen dadurch die schützende Funktion der Zellwand unbrauchbar und geben dem Bakterium ein anderes genetisches Muster. Bei seiner Vermehrung produziert das Bakterium dann untaugliche, neue Nachfolgegenerationen und vernichtet sich praktisch selbst.
Da immer mehr Bakterien gegen die klassischen Antibiotika resistent (widerstandsfähig) sind, verpricht man sich durch den neuen Wirkungsmechanismus der L.  eine Lösung dieses Problems.


Lappenoperation
chirurgische Technik vorwiegend im Rahmen einer systematischen Parodontalbehandlung. Das erkrankte Zahnfleisch wird zur Behandlung der Zahnfleischerkrankung vom Kieferknochen gelöst und gereinigt, dann- je nach Technik - später wieder an die ursprünglichen Stelle oder verschoben dazu angenäht.


Laser


engl. Abkürzung für Light amplification by stimulated emission of radiation [= Lichtverstärkung durch erzwungene(stimulierte) Emission von Strahlung]. Wurde physikalisch 1960 entdeckt (Rubin-Laser) und sehr schnell wegen seiner hohen monochromatischen Energie auf kleinem, begrenztem Raum in die Medizin eingeführt (Augenheilkunde, Dermatologie, Tumorchirurgie usw.). Auch in der Zahnheilkunde wird seit vielen Jahren mit Laserstrahlen experimentiert und zum ganz geringen Teil damit auch in der zahnärztlichen Praxis (einige 100 von 50 000 Zahnärzten in Deutschland) behandelt. Auffallend ist, daß in den letzten Jahren eine derartige Typenvielfalt (ca. 25 versch. Syteme) auf dem Markt ist, welche eine Orientierung erschwert; im Prinzip gibt es zwei versch. Systeme: Festkörperlaser (z.B. Erbium-YAG-Laser) und Gaslaser (z.B. Kohlendioxid-Laser). Da in Deutschland bisher eine indikationsbezogene Zulassung nicht nötig war - erst Mitte 1998 trat das MPG in Kraft -, und somit eine der in den USA zwingend vorgeschriebene FDA-Zertifizierung nicht erfolgte, sind teilweise Produkte auf dem Markt, welche wissenschaftliche seriösen Untersuchungen nicht standhalten oder zumindest eine fundierte Risikoanalyse aufweisen. Nach vorsichtiger Einschätzung des Verfassers scheint z.Zt. (Mitte'98) nur der Erbium-YAG-Laser in der Kariestherapie und bei der Fissurenversiegelung eine gewisse Effizienz aufzuweisen, zumindest laufen hier 'seriöse' Studien an der Universität Ulm. Ebenso sind z.Zt. in der klinischen Prüfung Lasersysteme für die zahnärztliche Chirurgie und Parodontolgie.
Besonders von Seiten der Patienten ist das Wort 'Laser' mit einer zahnärztlichen Wunderbehandlung verknüpft; vor allen Dingen hofft man, daß mittels Laserstrahlen der Karies schmerzfrei zu Leibe gerückt werden kann. Gerade dieser Wunschtraum ist bisher nicht eingetreten; die Ursachen liegen vornehmlich in der unterschiedlichen Zusammensetzung des Zahngewebes und einer lasertypbedingten lokalen Überhitzung - angeblich soll der Erbium-YAG-Laser diese Nachteile nicht aufweisen -, welche auch temperaturempfindliches gesundes Gewebe (z.B. den Zahnnerv) absterben läßt. Ebenso ist der Nutzen einer Fissurenversiegelung mit L. bisher wissenschaftlich nicht belegt. Gewisse Erfolge mit L. sind in letzter Zeit in der Zahnfleischchirurgie, Parodontologie, Endodontie, in der Früherkennung von Karies und bei der Nachbehandlung von infizierten Zahnwunden zu verzeichnen. Allerdings hat der L. bisher keine neuen Therapien in der ZHK ermöglicht; vielmehr sind mit den herkömmlichen Therapien häufig bessere und gefahrlosere Behandlungen möglich.
Als Unangenehm bei der Kariesbehandlung mittels Laser werden vom Behandler bzw. Patienten u.a. angeführt:
»  Abtragung von Zahngewebe nur mit Wasserspray; die Sichtverhältnisse werden dadurch verschlechtert.
»  schwierige Handhabung durch den großen Abstand (10-15 mm) zur Zahnoberfläche.
»  Geruch nach verbranntem Gewebe.
»  krachende Geräusche. Dies ist durch das Wirkungsprinzip bedingt: durch die Laserstrahlung wird das im Schmelz und Dentin enthaltene Wasser erhitzt und verdampft. Es entstehen 'mikroexplosionsartige' Absprengungen mit den entsprechenden Geräuschen.
»  die erzeugte Kavitätenoberfläche ist nicht so glatt, wie es als Basis für Füllungen oder Inlays notwendig wäre.
»  die Laseraustrittsöffnung verschmutzt leicht.
»  die Abtragungsrate ist gering im Vergleich zum Zeitaufwand. »  Schwierigkeiten bei dem schützenden Abdecken des benachbarten Weichgewebes (Zahnfleisch, Wangenschleimhaut, Gaumen), da der Laserstrahl durch viele Gewebe hindurchschneidet und an Metallen reflektiert wird.
Im Gegensatz zu den sensationslustigen Meldungen gewisser Medien gehen Experten davon aus, daß eine breite Anwendung der Laserbehandlung - besonders des 'Bohrens' - in der zahnärztlichen Praxis (noch) in weiter Ferne liegt; nicht zuletzt ist ein unverhältnismäßig hoher Preis (zwischen 80 u. 100 Tausend Mark pro Gerät) und juristisch nicht abgesicherte Behandlungsmethoden daran mitschuld. Siehe auch unter alternative Behandlungsmethoden.


Läsion
Verletzung.


latent
im Stillen, verborgen.


lateral
seitlich von.


Latex
gummiartiger Grundstoff (natürlich von kautschukliefernden Pflanzen oder synthetisch hergestellt) für die besonders in der Chirurgie gebräuchlichen Handschuhe. L. ist wegen seiner hohen Allergierate auf natürliches Latex - besonders bei gepuderten Handschuhen; Allergierate bei 12-15% - in den letzten Jahren ins Gerede gekommen.
Bei der Latexallergie handelt es sich um eine Reaktion vom sog. Soforttyp nach entsprechender Sensibilisierung. Häufigstes Erscheinungsbild sind Kontaktbläschen (Urticaria) mit starkem Juckreiz. Beim Einatmen von Latexpartikeln kommt es zu Augenrötungen, Schnupfen und Atemnot. In Extremfällen werden schwere, anaphylaktische Schockzustände beschrieben. Zur besseren Tragfähigkeit werden die Latexhandschuhe gepudert. Besonders beim Ausziehen dieses Schutzes vermischt sich das leichte Puder mit Latexpartikeln und macht die Atemluft für entsprechende Allergiker noch nach Stunden gefährlich. Deshalb sollten zur Allergieprophylaxe nur ungepuderte Handschuhe benutzt werden.
Zur Zeit sind etwa 250 Allergene bekannt; unerforscht ist z.B. dabei, weshalb gerade medizinisches Personal eine so hohe Allergierate aufweist, oder wieso dieses Problem in Japan kaum von Bedeutung ist. Die hohe Geschmeidigkeit des Naturlatex, welche gerade bei diffizilen Eingriffen unabdingbar ist, wurde bisher von keinem Ersatzstoff erreicht.


Ledermix®
umstrittenes Kombinationspräparat zur Behandlung eines entzündeten Zahnnervs. Das Gemisch aus Cortison und einem Antibiotikum lindert zwar häufig akute Beschwerden, ohne aber eine echte Heilung zu bewirken.


Le Fort
franz. Chirurg; teilte die für den Oberkiefer typischen Knochenbruchlinien in drei Gruppen auf: LeFort I = horizontaler Oberkieferbruch (rot), LeFort II = zentraler Mittelgesichtsbruch (blau), LeFort III = Abriß des Oberkiefers von der Schädelbasis (gelb).


Legierung
Vereinigungen eines Grundmetalls mit einem o. mehreren Elementen (= metallkundliche Mischung) zur Verbesserung oder zur Erzielung neuer Eigenschaften des Grundmetalls. Unterschiedliche Eigenschaften einer L. erklären sich durch das Zusammenlegieren verschiedener Metalle (in der ZHK hauptsächlich gebräuchlich sind sog. Dentallegierungen aus: Gold, Platin, Palladium, Silber, Kupfer, Zinn, Zink, Indium, Iridium, Ruthenium, Gallium, Rhodium, Titan, Tantal, Eisen, Mangan) in wechselnden Mengenverhältnissen, wobei manche nur in Spuren in einer L. enthalten sind. Bei der Herstellung von festsitzendem Zahnersatz werden hauptsächlich Goldlegierungen verwandt; reines, 24 karätiges Gold ist dafür zu weich ist.
Eine Auswahl hochwertiger Materialien und ihre korrekte Verarbeitung schützen vor wekstoffbedingten Schädigungen. Dazu zählen:
» hochgoldhaltige Edelmetall-Legierungen (>75% Gold bei geringem Iridiumgehalt)
» Kobalt-Basislegierungen
» Legierungen mit Titan, Tantal, Niob, Zirkon
» Aufbrennlegierungen bei der Verwendung von Verblend-Metall-Keramik.

Die Anzahl der Legierungen im Mund ist unwesentlich, sofern alle Legierungen für sich korrosionsresistent sind. Korrekt verarbeitete Amalgamfüllungen kommen in Verbindung mit diesen Legierungen i.d.R. nicht als Ursache für Unverträglichkeitsreaktionen in Betracht. Eine gewisse Vorsicht ist bei Palladium-Basislegierungen und goldreduzierten (wegen ihrer Beimengungen) Legierungen geboten.


Leichttherapie
Begriff aus der Parodontologie; gemeint ist damit die Anfangsbehandlung zur Beseitigung akuter Zahnfleischbeschwerden.


Leitungsanästhesie
örtliche Betäubung ("Spritze"), bei welchem nicht der Nerv an der Eintrittsstelle in die Zahnwurzel (Infiltrationsanästhesie), sondern schon vorher - meist bevor er in den Knochen eintritt - betäubt wird. So werden die Backenzähne des Unterkiefers durch die sog. Mandibularanästhesie betäubt.


Lentulo
feine Spirale, mit welcher bei einer Wurzelbehandlung die Wurzelfüllung in die Tiefe der Zahnwurzel eingebracht wird.


Letaldosis
die Dosis eines Stoffes / Medikamentes, die für einen Körper mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich ist.


Leukoplakie
begrenzte, weißliche Veränderung der Mundschleimhaut mit der Möglichkeit (==>Präkanzerose) einer bösartigen Entartung zu einem Karzinom. Als Ursache kommen i.d.R. chronische Reize wie scharfe Zahnkanten, Prothesendruckstellen und Rauchen in Betracht.


Lichtpolymerisation, Photopolymerisation
Verfahren zum Aushärten (Polymerisation) von Kunststoffen. In der ZHK angewandtes Verfahren zum Aushärten von Füllungskunststoffen oder bei der Fissurenversiegelung. Wurde früher bei diesen Füllungsarten ein Pasten-Katalysator-Gemisch verwandt, welches nach einer best. Zeit aushärtete, wird bei der L. nur eine Paste in die Kavität gebracht, welche nach fachgerechter Einbringung und Formgestaltung durch eine spezielle Lichtquelle (meist Licht aus dem UVA-Bereich) in kurzer Zeit (20-60 sek) polymerisiert wird. Da bedingt durch eine Lichtabsorption durch den Füllungswerkstoff die L. nur bis zu einer gewissen Füllungsdicke (~ 6-8 mm) technisch möglich ist, arbeitet man bei stärkere Füllungen nach der sog. 'Sandwich-Technik'. Neuere Verfahren verwenden sog. Argon-Plasmalampen, welche angeblich in kürzerer Zeit (~ 5sec.) in eine größere Tiefe  (~ 12mm) vordringen können. Inwieweit diese Polymerisationsart die Güte der fertigen Füllung beeinflußt, bleibt abzuwarten; seriöse klinische Untersuchungen sind nicht bekannt.


Lidocain
eines der Standardpharmaka zur Leitungs- und Infiltrationsanästhesie.


Ligatur
Schlinge aus Draht oder (seltener) Seide als Befestigungsmittel für einen Zahn mit einer Schiene; Anwendung in der Traumatologie oder Parodontologie, gelegentlich in der Kieferorthopädie.


ligieren
anbinden, unterbinden, zusammenbinden.


Limbus
Begrenzung, Rand; so ist der Limbus alveolaris die äußere Begrenzung des knöchernen Zahnfachs.


Lingua
==> Zunge.


lingual
Lagebezeichnung für zungenwärts, zur Zunge hin. ==> Zahnflächen


Lingualbügel
auch Sublingualbügel, Unterzungenbügel; gebogener o. gegossener Metallbügel zur Verbindung von zwei Prothesenteilen (Sätteln).


Lingua nigra
schwarze Zunge; oft als Folge von Antibiotikagaben oder (seltener) Stoffwechselstörungen. Siehe auch unter Haarzunge.


Linkow - Blattimplantat
ein in den Kieferknochen eingebrachtes blattförmiges Implantat, zum Ersatz (meist) mehrerer Zähne. (Abbildung: Ersatz der Zähne 35,36,37 durch eine implantatgetragene Brücke 35--37).


Lipide
Sammelbezeichnung für Fette und fettähnliche Stoffe (Lipoide).


Lippenbändchen
erstreckt sich von der Lippeninnenseite zum Alveolarfortsatz hin.


Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
ein- oder doppelseitige Hemmungsfehlbildungen infolge ausbleibender oder gestörter Verschmelzung der Gesichtsfortsätze im 1.-2. Embryonalmonat; ==>  Gesichtsspalten.


Lippenspalte
angeborene Entstellung der Oberlippe. Siehe unter Gesichtsspalten, Hasenscharte.


Liquor
Flüssigkeit.


Lokalanästhesie
örtliche Betäubung ("Spritze") zur Schmerzausschaltung eines bestimmten Körpergebietes. Je nach Art und Technik unterscheidet man die Infiltrationsanästhesie, die Leitungsanästhesie und die Oberflächenanästhesie. Die pharmakologischen Substanzen zur L. wirken chemisch auf die Leitfähigkeit der Nervenströme; ihnen werden i.d.R. gefäßverengende Stoffe (z.B. Adrenalin) zugesetzt, um ein Verweilen des Mittels an dem Betäubungsort zu verlängern. Waren früher Kreislaufzwischenfälle bei der L. recht häufig, tritt dieses Problem mit den modernen betäubenden Medikamenten nur noch selten auf.


Lückengebiß
Bezeichnung für ein natürliches Gebiß mit fehlenden Zähnen. Nach dem Amerikaner Kennedy unterscheidet man mehrere Klassen, je nachdem wo sich die fehlenden Zähne befinden.

Abb.: Lückengebiß nach Kennedy Klasse III


Lückenhalter
Hilfsmittel zur Verhinderung der entstandenen Zahnlücke nach frühzeitigem Milchzahnverlust. Die der Lücke benachbarten Zähne werden i.d.R. umbändert und mit einer über die Lücke verlaufenden Drahtschlinge verbunden.


Lues connata
angeborene Syphilis; im Mund bemerkbar durch die sog. 'Hutchinson-Zähne' (Tonnenzähne). Dabei sind besonders die mittleren Schneidezähne an ihrer Schneidekante halbmondförmig eingebuchtet. Die anderen Zähne haben ein tonnenförmiges Aussehen.


lutschoffener Biß
erworbene Fehlbildung, bei welcher die Schneidezähne nicht mehr zusammenbeißen können. Ursache ist zu lang anhaltendes Lutschen und Nuckeln. Siehe auch unter Kiefer- und Zahnfehlstellungen auf eigener Seite.


Luxation
Sprengung eines Gelenksystems unter Zerreißung oder Überdehnung der Gelenkkapsel, wobei das Gelenkende des einen Knochens (z.B. des Unterkiefers) das Gelenklager des anderen Knochens (z.B. der Schädelbasis) teilweise (Subluxation) oder vollständig verlassen hat. Als Folge können die Zahnreihen nicht mehr geschlossen werden. Die Einrenkung erfolgt durch kräftigen Druck (nach hinten-unten gerichtet) auf die hinteren Backenzähne.


Luxation (eines Zahnes)
Ausschlagen, Lockern eines Zahnes; traumatisch bedingte Verlagerung bzw. Lockerung. Zur Ausheilung werden die luxierten Zähne geschient.


Lymphe, Lymphgefäßsystem
hellgelbe Körperflüssigkeit mit einem eigenen Gefäßsystem in den sog. Gewebespalten zum Stoffaustausch zwischen dem Blut und den Zellen, die von Blutkapillaren nicht direkt erreicht werden können; wird über das Lymphgefäßsystem ("gereinigt") wieder dem venösen Blutkreislauf zurückgeführt.


Lymphknoten
auch als "Lymphdrüse" bezeichnet; Filterstation im Lymphgefäßsystem. Bei einem entzündlichem Prozeß eines Zahnes sind die entsprechenden L. schmerzhaft vergrößert.
Abb.: Lymphknoten im Kopfbereich.


Lymphozytentransformationstest, LTT
Begriff aus der Allergologie; wird u.a. auch dazu angewendet, um mögliche allergische Reaktionen auf Zahnersatzmaterialien festzustellen. Mit diesem Test können im Blut Gedächtniszellen nachgewiesen werden, die die Information für eine allergische Reaktion auf bestimmte Stoffe tragen. Im Gegensatz zu dem heute überwiegend angewandten Epikutantest, bei welchem Metalle oder deren Salze auf die Haut aufgebracht und deren Reaktion nach 2 bis 3 Tagen ausgewertet wird, wobei die Aussagekraft bei den niedermollekularen Metallen-Legierungen sehr umstritten ist, basiert der L. auf dem immunologischen Prinzip, daß das zelluläre Immunsystem nach Erstkontakt mit Fremdantigenen, die als unverträglich eingestuft werden, Gedächtniszellen zu entwickeln, die über viele Jahre erhalten bleiben und damit fast unbegrenzt in der Lage sind, das entsprechende Antigen bei erneutem Kontakt hochspezifisch zu erkennen und umgehend anzugreifen. So werden einzelne Metalle äußerst empfindlich wahrgenommen und voneinander unterschieden.
Siehe auch unter Allergie.


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mit freundlicher Genehmigung von dental-links.de, Dental Lexikon © by Dr. Claus de Cassan